Donnerstag, 26. Januar 2012
Mehr Klinikbehandlungen wegen Cannabis

Berlin ist die Hauptstadt der Kiffer


Die zehn gefährlichsten Drogen

1. Alkohol
Die Experten halten Alkohol für gefährlich, weil er so weit verbreitet ist. Dadurch wirkt sich die Droge auch besonders stark auf das Umfeld der Konsumenten aus. Auch im Zusammenhang mit Gesetzesverstößen spielt Alkohol häufiger eine Rolle als harte Drogen wie Heroin.

In Deutschland sind laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 1,3 Millionen Menschen abhängig von Alkohol.

Foto: dpa
Berlin (dpa/bb) –  

Kiffen, bis der Arzt kommt: In Berlin werden nach Angaben der Techniker-Krankenkasse (TK) heute rund viermal so viele Menschen wegen Cannabis-Missbrauchs in Kliniken behandelt wie vor zehn Jahren. Die Patientenzahlen seien zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2010 von 150 auf 680 Behandlungen im Jahr gestiegen, teilte die Kasse am Donnerstag mit.

Fast die Hälfte der Patienten seien Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Gerechnet auf die Einwohnerzahl gibt es in Berlin laut TK doppelt so viele Cannabis-Behandlungen in Kliniken wie im Bundesdurchschnitt. Die Kasse bezieht sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

Die Partei „Die Linke“ fordert die Einführung von Cannabis-Clubs.
Die Partei „Die Linke“ fordert die Einführung von Cannabis-Clubs.
Foto: dpa

„Man kann sagen, dass Berlin eine Cannabis-Hochburg ist“, sagte TK-Sprecherin Heike Weinert. „Was wir in den Kliniken sehen, ist ja nur die Spitze des Eisbergs.“ Denn ähnlich wie bei Alkoholvergiftungen würden nur Menschen mit schweren Ausfallerscheinungen nach Cannabis-Missbrauch zu einem Arzt gebracht. Dazu gehören zum Beispiel psychotische Störungen, Halluzinationen und Entzugserscheinungen. „Ein großes Problem ist, dass Cannabis heute viel konzentrierter konsumiert wird als früher. Da gibt es hochgezüchtete Mischungen“, erläuterte Weinert. Je nach Alter oder auch einem Missbrauch zusammen mit Alkohol könne es zu Cannabis-Vergiftungen kommen. Das habe mit Spaß nichts mehr zu tun.

Bundesweit stellten Klinikärzte bei rund 60 Prozent der Kiffer Cannabis-Abhängigkeiten fest. Regelmäßiger Konsum kann die schulischen und beruflichen Leistungen stark beeinträchtigen. Darüber hinaus seien die Teerstoffe im Cannabis, wenn es mit Tabak konsumiert wird, noch stärker krebserregend als in üblichen Zigaretten, teilte die Kasse weiter mit.

Was tun gegen die Süchtigmacher des Alltags

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