„Jeder Bezirk braucht seinen Rummelplatz“. Unter diesem Motto besetzen seit einer Woche Rollheimer eine leer stehende Fläche an der Hauptstraße 3. Das Bezirksamt Lichtenberg ist über die dortige Wagenburg gar nicht amüsiert.
Am 29. November stürmten etwa 20 Menschen ins Rathaus an der Möllendorffstraße. Die Forderung: ein neuer Standort für ihre alternative Lebensform mit Wohnwagen. 2010 hatten die Rollheimer in der Nöldnerstraße ein Grundstück gepachtet. Doch der Eigentümer meldete Konkurs an. Der Zwangsverwalter kündigte den Platz zum 30. November. Stinksauer zogen die Wagenburgler weiter, besetzten das Gelände zwischen den S-Bahnhöfen Ostkreuz und Rummelsburg. In einem Flugblatt heißt es: „Wir werden uns nicht noch einmal mit leeren Versprechen abspeisen lassen.“
Lichtenbergs Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) will dort aber auf keinen Fall dauerhaft eine Wagenburg zulassen: „Im Frühjahr beginnt dort der Bau einer Kita, in der 120 Mädchen und Jungen untergebracht werden sollen.“ Zudem habe es bereits Beschwerden von Anwohnern. Es gebe bei den Rollheimern keine Bereitschaft, sich außerhalb des S-Bahn-Bereichs anzusiedeln, sagt Geisel.
Auch ein Gespräch mit dem Liegenschaftsfonds blieb ergebnislos. Ob die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen neuen Platz für die Wagenburg finden wird, ist offen.

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