2013 wird die Konzession für das Berliner Stromnetz neu vergeben. Ein Kandidat: Die „BürgerEnergieBerlin“ (BEB). Jeder Berliner soll in der Genossenschaft seinen Anteil am Netz kaufen und so mitentscheiden können.
Was ist die BEB? „Wir wollen mit der Bürgerschaft das Stromnetz, die Lebensader der Stadt, kaufen. Die Berliner sollen ein Mitspracherecht an der Energieversorgung besitzen“, sagt die Mitbegründerin Luise Neumann-Cosel (26).
Wie soll das gehen? Jeder, der Mitglied werden will, muss einen Mindestbetrag von 500 Euro zahlen. Interessierte können das Geld schon jetzt überweisen. Vor dreieinhalb Monaten wurde das Projekt ins Leben gerufen. Neumann-Cosel: „Wir haben jetzt schon knapp drei Millionen Euro zusammen.“
Wieviel muss zusammen kommen? Die Schätzungen schwanken zwischen 400 Millionen und drei Milliarden Euro. „Bei der Finanzierung gehen wir von einer Eigenkapitalquote von 40 Prozent aus, 60 Prozent können durch zusätzliche Kredite finanziert werden.“
Was passiert, wenn die BEB das Netz (derzeit bei Vattenfall) bekommt? „Vor allem sollen regenerative Energien ins Stromnetz fließen, so die Energiewende geschafft werden.“
Wird der Strom teurer? Für die Verbraucher ändert sich wenig. „Jeder Berliner bleibt bei seinem Anbieter, auch wenn das Netz der BEB gehört.“
Wie realistisch das Projekt? Laut Neumann-Cosel ist die Chance sehr groß: „Jetzt oder nie. Die Konzession wird im 2013 für rund 20 Jahre vergeben. Den Berlinern muss klar sein, dass sie jetzt über eine Demokratisierung der zukünftigen Versorgung mitentscheiden können.“

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