Mittwoch, 6. Juli 2011
Erzbischof Woelki

Ich habe nichts gegen Schwule, aber ...


Berlin –  

Der neue Erzbischof Rainer Woelki (54) legt nach! In der Debatte um seine Homosexuellen-Schelte wehrt er sich zwar gegen Vorwürfe, ein bornierter Schwulen-Verächter zu sein. Bei seiner offiziellen Vorstellung bekräftigte er aber, dass homosexuelle Praktiken „aus katholischer Sicht vor Gott nicht geordnet“ seien. Viele Berliner können darüber nur den Kopf schütteln.

Rainer Maria Woelki betet, bevor er als Erzbischof vorgestellt wird.
Rainer Maria Woelki betet, bevor er als Erzbischof vorgestellt wird.
Foto: dpa

Der neue Erzbischof Rainer Woelki (54) legt nach! In der Debatte um seine Homosexuellen-Schelte wehrt er sich zwar gegen Vorwürfe, ein bornierter Schwulen-Verächter zu sein.

Es ist eine große Zwickmühle, in der Woelki jetzt steckt: Als Berliner Bischof muss er bald auch auf Schwule und Lesben zugehen. So kündigte er an, einer Einladung des Schwulenverbands nachzukommen. Seinen Skandal-Satz, dass Homosexualität angeblich „gegen die Schöpfungsordnung“ verstößt, kann er dort als Erzkatholik aber kaum zurücknehmen. Ihm bleibt ein „Ja, aber“ ...

Die Frage, ob Woelki ein Problem mit der „ungeordneten Sexualität“ des Regierenden Klaus Wowereit (SPD) hat, beantwortet er so: „Ich will allen Menschen mit Respekt begegnen, erst recht dem Regierenden Bürgermeister.“ Der sei ja selbst katholisch und beachte das Bibel-Wort „Suchet der Stadt Bestes“. Die Kirche dürfe sich nicht wie eine „Moralanstalt“ aufführen. Auch für Frauen wünscht sich Woelki mehr Einfluss – aber bloß nicht als weibliche Priester!

Unter Beschuss stand Woelki, bisher Weihbischof in Köln, zudem wegen seiner angeblichen Mitgliedschaft im „Opus Dei“. Kritiker werfen dem streng katholischen Orden vor, wie eine Sekte zu arbeiten. Die CDU-Politikerin Monika Grütters nannte es „verheerend“, wenn Berlin wirklich einen Erzbischof von „Opus Dei“ bekommen würde.

Bischof Woelki stritt eine Mitgliedschaft gestern vehement ab. Dass er seine Doktorarbeit an einer Uni in Rom geschrieben hat, die zum „Opus Dei“ gehört, sei damals eher dem Zufall geschuldet gewesen. Grütters sieht darin eine „beruhigende Richtigstellung“, die ein Aufeinanderzugehen erleichtern werde.

Rainer Woelki tritt sein Amt als Nachfolger von Georg Sterzinsky († 75) am 27. August an.

MOW

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