Da hat sich Papst Benedikt XVI. aber ein heißes Pflaster ausgesucht! Wenn er im Herbst nach Berlin kommt, nächtigt er im Südstern-Kiez an der sündigen Hasenheide. Eine Gegend, die Dealer und Klein-Ganoven als ihr festes Revier betrachten. Nicht zu vergessen die Alternativ-Szene, die so katholisch ist wie der Papst ein Party-Löwe. Will Benedikt sie etwa alle bekehren?
„Lass uns mal zur Hasenheide, da gibt’s immer was zu rauchen!“ Wenn Berlins Kiffern die Reserven ausgehen, reicht ein Abstecher in den berüchtigten Park – und die Joints dampfen wieder. Auch die harte Drogen-Szene, sündhafte Beschaffungs-Kriminalität eingeschlossen, tummelt sich dort, wo der Papst am 22. September übernachtet. An der Grenze von Kreuzberg und Neukölln gehört die Apostolische Nuntiatur zur Nachbarschaft.
Ungehemmter Direkt-Kontakt zur Kiez-Bevölkerung steht allerdings nicht auf dem Besuchsplan: Schließlich könnte es, wie am samstag am Alex, eine Anti-Papst-Demo geben. Um Benedikt eine störungsfreie Nacht zu ermöglichen, laufen die Sicherheitsvorkehrungen an der vatikanischen Botschaft schon auf Hochtouren. Nicht ohne Grund, wie Gastronom Isidoro Pucciarelli von der „Spelonca di Bacco“ weiß: „Als vor über einem Jahrzehnt der Grundstein der Botschaft gelegt wurde, beschallten Grünen-Politiker die Feier mit lauter Musik.“ Die Polizei stieg durchs Fenster der Krach-Wohnung ein, drehte den Lärm ab.
Unter dem Motto „Hasenheiden brauchen keine Botschaft“ kämpfte damals eine Bürger-Initiative gegen die Vatikan-Filiale. Wieso auch sollte ein katholischer Protz-Bau in einer Stadt entstehen, in der 300.000 Römisch-Katholische eine Minderheit sind. Der Papst als unerwünschte Person? So wild ist es heute nicht. Friseurin Traudel Jans fürchtet aber, dass ihre Kunden nur unter Polizeibegleitung durch die Sperrzone zum Salon gelangen werden ...
MOW

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