Cannabis auf Rezept: Für Krebspatienten mit starken Schmerzen könnte die Haschdroge das Ende ihrer Leiden bedeuten. Ganz legal, bezahlt von den Krankenkassen. Weltweit werden jetzt Patienten gesucht, die sich an dem Experiment beteiligen. In Berlin läuft die Studie im Schmerzzentrum am Senefelderplatz.
Heike B. (Name geändert) ist die erste Berlinerin, die sich gemeldet hat. Die 60-jährige hat seit sieben Jahren Brustkrebs. Seit ihrer Operation plagen sie höllische Nervenschmerzen, gegen die nur Morphium in immer höheren Dosen hilft. Etwas mulmig ist ihr schon: Kiffen unter ärztlicher Aufsicht?
„Sie muss keinen Joint rauchen“, erklärt Dr. Jan-Peter Jansen, Chef des Schmerzzentrums. Das Cannabis wird als Spray über die Schleimhaut aufgenommen. Savitex, so der Handelsname des Sprays eines britischen Pharmaherstellers, ist seit einem Jahr bereits für Patienten mit Multipler Sklerose zugelassen.
Der Wirkstoff THC wird als Dickextrakt aus Cannabisblüten gewonnen, aber sehr niedrig dosiert. Die Studie geht über neun Wochen. Die Hälfte der Teilnehmer erhält zu seinen bisherigen Schmerzmitteln Cannabisspray, die anderen ein Placebo, also ein Mittel ohne Wirkstoffe. Die Nebenwirkungen, wie leichter Schwindel, Übelkeit oder Müdigkeit, sollen dabei gering sein. Dr. Jansen: „In zwei bis drei Jahren könnte endlich die Zulassung kommen.“ BACH

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