Samstag, 6. August 2011
Hanfparade: Süßer Rauch am Alex

2700 fordern: Dröhnung legal!


2700 fordern: Recht auf volle Dröhnung!
Berlin –  

Die sogenannte Hanfparade ist am Samstag durch Berlin gezogen. Unter dem Motto „40 Jahre sind genug - BtMG ade!“ forderten die nach Veranstalterangaben rund 2.700 Teilnehmer die Abschaffung des Betäubungsmittelgesetzes. Die Initiatoren verlangen stattdessen die Freigabe von Hanf als „Rohstoff, Medizin und Genussmittel“. Unterstützt wurden die Forderungen der Demonstranten von Linke- und Grünen-Politikern.

Der Aufzug verlief nach Angaben eines Polizeisprechers ohne wesentliche Zwischenfälle. Viele Demonstranten hatten große Hanfpflanzen dabei. Diese seien ihnen von Polizeibeamten jedoch abgenommen worden, berichteten Augenzeugen. Der Polizeisprecher sagte, die Pflanzen seien von dem Demonstranten nach Rücksprache mit dem Veranstalter freiwillig abgegeben worden.

Auf Plakaten der Demonstranten war unter anderem zu lesen „Recht auf Rausch“, „Wer Hanf verteufelt, ist selber einer“ oder „Für eine vernünftige Hanfpolitik“. Die Demonstration, die am Alexanderplatz begonnen hatte, endete mit einer Abschlusskundgebung in der Nähe des Reichstagsgebäudes.

Linke-Landesvorsitzender Klaus Lederer unterstrich in einer Erklärung zu der Parade, dass Berlin unter Rot-Rot bereits vor Jahren die Strafverfolgung bei Besitz geringer Mengen von Cannabis beendet habe. Es zeige sich, dass sich die Zahl der Drogenkonsumenten dadurch nicht erhöht habe, sondern sie sei rückläufig. Seine Partei sehe in einer Entkriminalisierung des Drogengebrauchs die Voraussetzung, um einen effektiven Jugend-, Gesundheits- und Verbraucherschutz zu ermöglichen. „Die Menschheit hat von jeher Drogen genutzt“, sagte Lederer.

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Auch die Grünen bezeichneten die „bundesdeutsche Kriminalisierung“ von Cannabis-Konsumenten als „komplett gescheitert“. Grünen-Landesvorsitzender Daniel Wesener und der innenpolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion, Benedikt Lux, forderten die kontrollierte Abgabe sogenannter weicher Drogen an Erwachsene. Andere europäische Länder wie die Niederlande, Portugal oder Tschechien seien hier deutlich weiter als Deutschland und könnten dabei auf überwiegend positive Erfahrungen verweisen.

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