Jetzt haben die giftigen Mistviecher auch in Berlin zugeschlagen: Eichenprozessionsspinner haben Berlins grüne Lunge erobert. Eine Gefahr für Spaziergänger! Wie gefährlich die kleinen Raupen sind, weiß die Feuerwehr von Thyrow nur zu gut.
Ein DIN A4-Bogen mit einem roten Warndreieick, fünf Fotos und einer unmissverständlichen Warnung darauf klebt an fast jedem Parkeingang zum Tiergarten: „Achtung! Einige Eichen im Großen Tiergarten sind vom Eichenprozessionsspinner befallen!“ Insgesamt 50 Nester hat das Grünflächenamt Mitte in diesem Jahr im Tiergarten gefunden. Voriges Jahr waren es nur fünf.
Schuld daran ist der vergangene Winter, sagt Markus Schwenke, Revierleiter im Großen Tiergarten: „Die Frostperiode war nicht lang genug, dadurch haben viele Eier den Winter überstanden.“ Zudem sei durch den warmen, feuchten Frühling die Raupenpopulation sehr groß.
Das Grünflächenamt hat im Kampf gegen die giftigen kleinen Plagegeister deshalb große Geschütze aufgefahren: Mit kleinen Bunsenbrennern, Seifenlauge und Spezialsaugern haben Schädlingsbekämfer die Raupennester weitgehend eliminiert. Trotzdem ist noch Vorsicht geboten, sonst geht es aus wie in Thyrow bei Trebbin.
Dort müssen heute Gerätehaus und Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr dekontaminiert werden. Die Männer hatten Sturmschäden an Bäumen beseitigt, waren mit den Giftraupen in Berührung gekommen. Jetzt ist alles mit den Härchen der Raupen verseucht. Sechs Feuerwehrmänner mussten sich ärztlich behandeln lassen (KURIER berichtete). „Zum Glück sind sie auf dem Weg der Besserung“, sagt Trebbins Vize-Stadtwehrführer Mike Eschricht (50). Für zukünftige Einsätze hat er jetzt spezielle Schutzkleidung besorgt: mit extra Masken und Filtern.
FRA
Mit Spezial-Saugern und Schutzkleidung entgiften drei Spezialisten die Feuerwache.
Foto: Friedel
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