Kiez&Stadt
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Erwischt!: KURIER-Knöllchen für den Späti-Hasser


Benno K. vor seinem auf einem Radweg und im absoluten Halteverbot abgestellten Fahrzeug in der Schivelbeiner Straße.
Benno K. vor seinem auf einem Radweg und im absoluten Halteverbot abgestellten Fahrzeug in der Schivelbeiner Straße.
Foto: zVg
Berlin –  

Er ist ständig auf der Jagd nach Spätis, die sonntags illegal Katzenfutter, Waschmittel und Bier verkaufen. Denn das verstößt ja gegen Recht und Gesetz. Und so etwas kann Benno K. gar nicht leiden. Der KURIER hat den Späti-Hasser jetzt selbst erwischt: Beim Parken auf einem Fahrradweg im absoluten Halteverbot!

Es ist Sonntagmittag gegen 14 Uhr: Ein grüner Suzuki fährt die Schivelbeiner Straße entlang, hält schließlich auf Höhe der Hausnummer 49 und parkt mitten auf der Straße. Dann steigt der Fahrer seelenruhig aus und lässt sein Fahrzeug im absoluten Halteverbot stehen. Pikant: Der Mann ist nicht irgendjemand – es ist der selbst ernannte Kämpfer für Recht und Ordnung im Prenzlauer Berg, Benno K. (Name geändert).

An dieser Stelle wurde das Foto aufgenommen. Deutlich zu erkennen: Das Halteverbot-Verkehrsschild.
An dieser Stelle wurde das Foto aufgenommen. Deutlich zu erkennen: Das Halteverbot-Verkehrsschild.
Foto: AMY

Seit Monaten patrouilliert der 58-Jährige in „seinem“ Kiez, notiert und fotografiert Spätverkaufsläden, die dem Ladenschlussgesetz trotzen und am Sonntag geöffnet haben. Aus seinen Notizen erstellt Benno K. Listen, und die wiederum schickt er an das zuständige Ordnungsamt. „Er ist mehrmals vorstellig geworden, auch lautstark und nachdrücklich“, heißt es bei der Behörde.

Mindestens 48 Spätis hat Bernd G. auf diese Weise bereits angeschwärzt, mehrfache Laden-Kontrollen, Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Ladenschlussgesetz und damit verbundene, teils saftige Bußgelder im vierstelligen Bereich sind die Folgen. Immer wieder betont der 58-Jährige, es gehe ihm nur um „Gerechtigkeit“. Das Gesetz müsse schließlich „für alle gelten“, es könne „nicht sein, dass manche sich daran halten und manche nicht“.

Und jetzt parkt eben dieser Mann auf einem Radweg im absoluten Halteverbot in der Schivelbeiner Straße und schert sich nicht um die Straßenverkehrsordnung. Ein Polizeisprecher: „Wer auf einem Radweg parkt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss definitiv mit einem Bußgeld rechnen.“

Warum sich der sonst so gesetzestreue Benno K. jetzt dazu hinreißen ließ, sein Auto im absoluten Halteverbot abzustellen, ist unbekannt. Gegenüber dem Berliner KURIER wollte sich der Mann nicht äußern. PDE

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