Der Senat tagte in der Wissenschaftsstadt, lobte sich und die Forscher, machte einen Rundgang – und ignorierte die Stars: Plattwürmer.
Die Wunderwürmer fallen in ihrem Aquarium auch kaum auf. Dabei setzen die Forscher des „Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie“ (BIMSB) große Hoffnungen in sie. Sie sind in der Lage, z. B. einen abgeschnittenen Kopf binnen weniger Tage wieder wachsen zu lassen. Schneidet man einen Wurm durch, hat man bald zwei.
Der Biologe Dr. Alexander Löwen: „Wir erforschen ihr Erbgut, wie die Würmer das schaffen.“ Die Idee dahinter: Wie kann man menschliches Erbgut zum Beispiel mit Wirkstoffen dazu bringen, etwas Ähnliches zu tun. Löwen: „Wir haben Gene, die unser Wachstum beenden. Wenn wir sie umschalten könnten, besteht vielleicht die Möglichkeit, dass Rückenmark von Querschnittsgelähmten zusammenwächst.“
Am BIMSB erforschen Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen das Zusammenwirken der Gene im Körper. Es wird in gut fünf Jahren mit 300 Leuten nach Mitte aufs Charité-Gelände in einen 30-Millionen-Euro-Bau umziehen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will sich außerdem dafür einsetzen, dass die bislang kompliziert zu erreichende Wissenschaftsstadt einen Autobahnanschluss an der Karower Chaussee erhält.
GL


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