Im Herbst letzten Jahres fegte sie mal wieder das Laub in ihrem Garten zusammen. Eine Arbeit, die nicht jeden glücklich macht. Claudia Kleinert jedoch sieht es eher als Entspannung für Körper und Seele. Dabei kommen ihr die besten Ideen. Das Laub lag zusammengefegt neben dem Schuppen, als sie mitten in der Bewegung stoppte. „Ich sah die bunten Blätter, wie sich die vielen Farben vermischten und hatte im gleichen Moment die Idee für meine neue Kollektion.“
Claudia Kleinert setzte sich an den Küchentisch und zeichnete. Die damaligen Entwürfe hängen als diesjährige Herbst- und Winterkollektion in ihrem Laden. „blush“, das sind 100 qm „Erröten“ in der Rosa-Luxemburg-Straße 22 (to blush heißt erröten). Ein Paradies, in dem Eva die schönsten Feigenblätter kaufen kann, um Adam zu gefallen. „Früher habe ich Trainingshosen und Torwarttrikots für Puma entworfen. Nach zehn Jahren fragte ich mich, ob das die nächsten 30 Jahre so weiter gehen solle.
Schließlich gibt es außer Sport auch andere schöne Dinge“. Die Kundinnen danken es der Modedesignerin (43) täglich. Dass sie dabei als erstes an Dessous gedacht hat, lag wohl daran, dass sie selbst auf das Drunter sehr viel Wert legt. Spitze und Seide in modischen Farben für jederfrau. Beate Uhse oder dem verstaubten Miederwarenladen an der Ecke wollte sie eine sinnliche Alternative entgegensetzen. „Ein Geschäft zum Wohlfühlen sollte es werden und kein Laden, den man mit gesenktem Kopf betritt.“

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