Ganz Berlin hofft auf Gouda-Gaudi und will sehen, wie Jogis Jungs Robben & Co. zu Käse-Fondue zermalmen. Ganz Berlin? Nein! Der KURIER spürte das Oranje-Nest in Tempelhof auf.
Wimpel in Orange flattern im Wind, die Bar ist in Rot-Weiß-Blau geschmückt, und Kellnerin Simone reicht Frikandel in Erdnussbuttersoße. Und hinterm Tresen steht mit Ton Bellekom (51) ein waschechter Holländer. Willkommen im Café Klatsch, der letzten Berliner TV-Bastion unserer Nachbarn. Hier, in der Straße Alt-Tempelhof, dürfen heute beim Spiel der Giganten die Fans von Oranje „ungestraft“ für ihr Team jubeln.
„Es wird sicher wieder rappelvoll“, freut sich Ton. „Ein orangenes Menschenmeer in den Farben meiner Heimat.“ Vor mehr als 30 Jahren kam der sympathische Niederländer aus Den Haag nach Berlin – weil er als Lehrer nach einer Schulreform keinen Job mehr bekam. Heute ist das Café Klatsch bereits seine zweite Kneipe. Und er weiß, wie er seine feierwütigen Landsleute locken kann. „Für jedes Tor unserer Mannschaft gibt’s einen Genever, unseren Nationalschnaps, auf’s Haus.“ Klar, dass Ton trotzdem auf viele Tore hofft. „Ich tippe 3:1 für uns“.
Auch wenn der Bar-Chef „im Inneren“ oranje geblieben ist und alle zwei Monate gen Nordsee fährt, ein klitzekleines bisschen schlägt sein Herz auch Schwarz-Rot-Gold. Und das hüpft heute hoffentlich vor Freude –, während Ton’s Oranje-Auge tränt....
Mega-Stimmung vor dem Brandenburger Tor: Die Berliner Fanmeile auf der Straße des 17. Juni ist pünktlich vor dem deutschen EM-Auftakt eröffnet worden.
Foto: dapd
Zum Beispiel „Gemüsetanz“: Die Teilnehmer des Karnevals der Kulturen haben sich einiges einfallen lassen. Den Berliner Stadtteil Kreuzberg machten sie noch bunter als sonst. Mehr...
