Die Karl-Marx-Allee wird zur Karl-Murx-Allee. Von einigen der 1952 erbauten „Arbeiterpalästen“ fallen die Fassaden-Fliesen ab. Dabei wurden die Prachtbauten von Deutschlands längstem Baudenkmal erst vor Jahren saniert.
80 Millionen Euro kosteten die Arbeiten. Mit einem speziellen Klebe-Verfahren sollte damals der Fluch der von Fassaden stürzenden Kacheln für immer beendet werden. „Das hält felsenfest“, sagten die Fachleute. Denkste! Nun bröckeln wieder die Fliesen. Der Super-Kleister scheint nicht zu halten.
An den zwei Häuserblöcken zwischen Strausberger Platz und Lebuser- und Andreasstraße sieht man fehlende Kacheln an den Achtgeschossern. „Da hat man wohl bei der Sanierung gepfuscht“, sagt Bewohner Herbert Damm (78). „Die Fliesen halten einfach nicht auf der Dämmschicht, die man damals zusätzlich anbrachte.“
Immer mehr Fliesen stürzen von den Wänden. Und die Gefahr für Passanten steigt: Bei einer obligatorischen Fassaden-Kontrolle kam heraus, dass es künftig noch mehr werden könnten, da die Fliesen viel zu locker sitzen. „Da wurden an einigen Stellen Hohlraumlagen entdeckt“, sagt Sven Wärren, Chef der Triacon, die einen der zwei betroffenen Blöcke im Auftrag der Eigentümer verwaltet.
Was passiert nur am Alex/Rathausforum? Müll liegt in den derzeit stillgelegten Wasserkaskaden rum, Obdachlose nehmen am Mittag im Schatten ein „Bad“ und viele Stellen im Gehweg werden und werden einfach nicht repariert, wie man unschwer erkennt.
Foto: Friedel
Algen-Wuchs an Merkels Amtssitz
Schwarze und grüne Flecken bedecken das Kanzleramt: Die Fassade ist voller Algen und Moos! Keine Seltenheit bei Sandstein-Bauten. Eine Lasur soll bald Abhilfe schaffen, hält aber nicht ewig.
Foto: Uhlemann
Kreuzberg: In der Kohlfurter Straße an der Ecke Admiralstraße sprengten Baumwurzeln den Gehweg.
Foto: KaufholdTriacon und die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, die den anderen Block verwaltet, reagierten. Sie lassen nun Fangnetze an den Gebäuden anbringen, um Passanten vor herabstürzenden Fliesen zu schützen.
Experten untersuchen nun, wie hoch der Schaden ist und wie man ihn beheben kann. Der Super-GAU wäre, wenn alle Kacheln erneuert werden müssten. Der Bezirk will sich nächste Woche mit den Eigentümern treffen, um über mögliche Sanierungsmaßnahmen zu sprechen. Und die könnten teuer werden.

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