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Kleingärter abkassiert: Die Behörden-Posse von Buch


Behörden-Posse von Buch
Pankow –  

Seit 80 Jahren genießen Laubenpieper in der Anlage „Pankeland“ Natur pur: Es gibt hier weder Strom noch Müllabfuhr oder eine zentrale Wasserleitung. Zu erreichen sind die 24 Gärten nur über einen hügeligen Waldweg. Dennoch sollen die Pächter jetzt Straßenreinigungsgebühren zahlen. Wofür, fragen sie aufgebracht.

„Das ist doch völlig unlogisch“, schimpft Manfred Pinkwart (72). „Wir liegen an keiner befestigten Straße, sondern zwischen zwei Waldstücken der Berliner Forsten im Hinterland der Pölnitzwiese. Der Zugang ist nur über einen 200 Meter langen Weg möglich, für dessen Benutzung jeder Pächter ab diesem Jahr nach dem Landeswaldgesetz 55 Euro zahlt.“

Der Rentner ist selbst im Winter täglich in seinem Garten, füttert Vögel und schaut nach dem Rechten. Seit 12 Jahren beackert er die Scholle, pflanzt Stangenbohnen und Erdbeeren. Von der Terrasse der Laube aus sieht er die Panke dahinplätschern. Seit 2003 hat die Gartenanlage offiziell die Adresse Zepernicker Straße 72. Doch Post kommt hier nicht an, das hat Pinkwart selbst ausprobiert. Die BSR verlangt für die Straßenreinigung 0,1304 Euro pro Quadratmeter, rückwirkend für drei Jahre.

329,97 Euro soll Manfred Pinkwart bezahlen, dazu Mahngebühren von 87,26 Euro. Das können viele Pächter nicht aufbringen. Denn die Reinigungsgebühren betragen ein Drittel ihrer Pacht. „Die Hälfte der Gartenfreunde will aufgeben“, weiß Pinkwart. „Wir haben hier viele Menschen, die von Hartz IV leben und Ältere mit schmaler Rente.“ Doch noch ist es nicht so weit: Die Bewohner von Pankeland wollen sich wehren. Ein Anwalt soll den Streit klären, notfalls vor Gericht.

Die BSR teilte dem Berliner KURIER schriftlich mit: „In jedem Einzelfall erfolgt auf Grundlage des Grundbuchs die Zuordnung und Berechnung. Das Grundstück der Kolonie Pankeland, Zepernicker Straße 72, liegt am Pölnitzweg an, der dem Reinigungsverzeichnis A der Reinigungsklasse 4 zugeordnet ist.“

„Der Pölnitzweg liegt einen halben Kilometer von uns entfernt“, erklärt Pinkwart. „Selbst die Anlieger der Querstraßen zahlen keine Gebühren. Warum wir?“ BACH

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