Kiez&Stadt
Wir sind Berlin. Direkt aus dem Newsroom des Berliner KURIER immer die wichtigsten Nachrichten aus Berlin und seinen Kiezen und Bezirken.

Alarmierende Zahlen: Kiffer-Hauptstadt Berlin


Berlin –  

Und wieder klickten die Handschellen. Dienstagnacht ging Beamten der Polizei auf dem alten RAW-Gelände in der Revaler Straße ein Drogendealer ins Netz. Er soll Cannabis vertickt haben – und ist damit nur einer von vielen.

Berlin ist zur Hauptstadt der Kiffer geworden – dafür steht nicht nur die Hanfparade. In einem Internet-Forum, in dem sich Hunderte Nutzer offen über den Anbau der Hasch-Pflanzen austauschen, nennt man die Stadt „das Paradies“. „Wir durften in Kneipen kiffen, in den Clubs wurde gekifft und gedealt ohne Ende“, schreibt einer von ihnen hocherfreut.
Und tatsächlich sind die Zahlen alarmierend: Die Kriminalstatistik 2011 zählte 6438 „allgemeine Verstöße mit Cannabis und Zubereitungen“, 2012 waren es schon 533 mehr. Und auch vertickt wird fleißig – in 1148 Fällen stellte die Polizei im gleichen Jahr illegalen Hasch-Handel fest.

Kaum eine Stadt geht mit dem Thema so liberal um. In vielen Bundesländern gilt: Wer unter sechs Gramm bei sich trägt, kommt straffrei davon. Bei uns liegt die Grenze bei 15 Gramm.

Gedealt wird überall – der Görlitzer Park ist zum Mekka der Kiffer geworden. 113 Razzien gab es letztes Jahr und 229 Festnahmen. Anwohner klagten über bis zu 150 Händler, die täglich ihre Runden drehten.

Klar, dass der Plan von Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne), in der Nähe eine Verkaufsstelle für Cannabis zu eröffnen, auf Kritik stieß. Die Drogenbeauftragte Christine Köhler-Azara fürchtete „Coffeeshop-Tourismus“. Laut Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke öffne das Vorhaben der Einstiegsdroge „Tür und Tor“.

„40 Prozent der 18- bis 20-Jährigen haben schon mal Cannabis probiert“, weiß Prof. Andreas Bechdolf, Vivantes-Chefarzt für Psychiatrie am Urban. Die Droge ist längst kein ein Randgruppen-Problem mehr. „Auch Gesundheitsschäden nehmen zu, weil der THC-Gehalt von drei Prozent auf bis zu 20 Prozent anstieg“, warnt er. „Wer regelmäßig Cannabis konsumiert, hat ein stark erhöhtes Risiko für krankhafte Angstzustände, Depressionen und Psychosen. Die Droge kann besonders bei ganz jungen Menschen zu Fehlschaltungen von Nervenzellen im Gehirn führen. Die Folge sind Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und fehlender Antrieb.“

Nach zwei bis drei Wochen auf Station folgen langfristige ambulante Therapien. Die Patienten müssen lernen, wie man Probleme und Schwierigkeiten ohne Drogen löst.

Auch interessant
Weitere Meldungen aus dem Bereich Kiez&Stadt
Die Ur-Enkel Henoch (15) und Lydia (11) fahren Oma Edith in ihr neues Zimmer – die freut sich riesig.
Endlich Frieden

Ihr neues Zimmer hat sogar ein eigenes Bad ...  Mehr...

Abgemagert und alleingelassen auf einem Grundstück. Die Betreiber vom „Altenheim für Tiere“ haben Lux jetzt gerettet.
Glückliche Rettung

Nach Herrchens Tod blieb Lux ganz allein ...  Mehr...

Viele orthodoxe Juden tragen die Kippa im Alltag. Üblich ist sie bei Männern beim Gebet, in der Synagoge, auf dem Friedhof.
Senatorin Kolat wiegelt ab

Kippa ist ein hebräisches Wort, bedeutet Kopfbedeckung. Jüdische Männer und Jungen tragen sie aus Tradition und sind deshalb leicht zu identifizieren.   Mehr...

Kiez&Stadt

72 Seiten Echt Berlin für nur 4,95 Euro!
KURIER auf Facebook
Video
Neueste Bildergalerien
Sonderbeilagen & Prospekte
KURIER-Rechtsexperte Wolfgang Büser beantwortet Ihre Fragen zum Mietärger

KURIER-Rechtsexperte Wolfgang Büser beantwortet Ihre Fragen rund um Wohnung und Miete.

Blaulichtkurier
Krimi-Blog
Mensch Meyer - Die Kolumne von Chin Meyer
Blog - Voller Ernst von Gerhard Lehrke
Die freche Berlinerin - Kolumne von Ruth Moschner
Berliner Jobmarkt
Top Stories
Berliner KURIER

Noch mehr Bildung und Allgemeinwissen

Hier geht's zu noch mehr Bildung und Allgemeinwissen.