Die Schulen in der Hauptstadt haben aufgerüstet. Zehn Jahre nach dem Amok-Lauf eines Schülers an einem Erfurter Gymnasium (17Tote) haben 85 Prozent der 700 Berliner Schulen ein Amokalarm-System.
Wenn Schüler im Alleingang Klassenkameraden und Lehrer erschießen: Die Orte Erfurt, Emsdetten und Winnenden sind die traurigen Zeugen, dass dies nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland passiert.
Um Schüler und Lehrer rechtzeitig vor Amokläufer zu warnen, haben Elektro-Firmen in Berlin Hochkonjunktur. „Mit dem Aus- und dem Einbau von Amokalarmsystemen sind wir in der Hauptstadt sehr weit“, sagt Thorsten Metter, Sprecher der Senatsbildungsverwaltung.
„Schon 85 Prozent der öffentlichen Schulen sind mit Alarmsystemen ausgerüstet. Geplant ist, dass alle übrigen bis zum Jahresende beziehungsweise im kommenden Jahr so hergerichtet und umgerüstet sind, dass sie im Ernstfall reagieren können.“
Diese Anlagen alarmieren über Lautsprecher, Klingel oder Sirenen alle Schüler und Lehrer im Gebäude, so dass sie sich rechtzeitig vor dem Amok-Läufer in Sicherheit bringen können. Ausgelöst wird der Alarm durch das Drücken von Notruftasten in Klassenräumen oder im Sekretariat oder per Anruf über ein Lehrer-Handy. Der Notruf läuft auch bei der Polizei auf.
Seit 2008 werden die Berliner Schulen mit diesen Anlagen ausgerüstet. Weit vorn ist zum Beispiel Spandau. Bis Herbst werden dort alle 46 Schulen ein Alarmsystem haben. Kosten 450000 Euro. In Marzahn-Hellersdorf sind dagegen erst 26 von 46 Schulen aufgerüstet worden.
Massiven Nachholbedarf hat dagegen Potsdam. Dort begann man erst 2009 mit dem Einbau der Amokalarmsysteme. Bisher sind nur ein Drittel der 43 Schulen in der brandenburgischen Landeshauptstadt damit ausgestattet.
Die Polizei hat das Wohnhaus des Amok-Schülers von Memmingen durchsucht. Der Vater des 14-Jährigen hatte 37 Waffen gelagert – Beamte tragen sie aus dem Haus.
Foto: dapd
Das erste Bild des Schülers (14). Er zielte auf dem Gelände des Sportvereins Steinheim in Memmingen mit einer Waffe.
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