Hertha-Keeper Sascha Burchert (22) ist voll im Stress. Die Bälle fliegen ihm im Training nur so um die Ohren. Kopfball von Sami Allagui. Springen, abwehren, wieder hinstellen. Kopfball Wagner, springen, diesmal kommt Burchert nicht ran. Das Team will aber den Torhüter nicht warm schießen. Jos Luhukays Plan lautet: Mehr Tore nach Standards! Deshalb versucht Hertha es jetzt mit Köpfchen.
Der Trainer versucht immer noch, Schlüsse aus der ersten Zweitliga-Partie gegen Paderborn (2:2) zu ziehen. Dabei ist ihm vor allem aufgefallen, wie viele Chancen sich für Hertha aus einem ruhenden Ball ergaben: „Wir hatten fünf bis acht Standards, bei denen wir mindestens zweimal zum Torerfolg hätten kommen können.“
Dabei waren es gar nicht so sehr die Freistöße und Ecken, die Jos Luhukay missfallen haben. Ganz im Gegenteil. Der Niederländer ist mit seinen Schützen sehr zufrieden. Seien es die Linksfüße Marvin Knoll (21), Ronny (26) oder der Rechtsfuß Marcel Ndjeng (30).
Doch trotzdem ist da mehr drin. Das spürt der Coach: „Es fehlte der letzte Schritt, die allerletzten Zentimeter, um gezielt abzuschließen.“
Ein Haken nach rechts und dann ein Hammerschuss ins blau-weiße Glück, Ausgleich zum 1:1! Ronny zeigte beim 2:2 gegen Paderborn sein ganzes Können und jubelte.
Foto: City-PressDeshalb schob Luhukay die Kopfball-Einheit dazwischen. Den Ball im Blick haben, richtig abspringen, zum Keeper schauen und hinein die Kugel.
Eine Übung, die Peer Kluge wegen einer Außenbanddehnung im Fuß nicht mitmachen konnte. Mehr noch: Kluge hat bis Freitag Trainingsverbot.
Mehr Tore nach Standards, auch das ist ein Schlüssel zum Erfolg. Gerade wenn sich Mannschaften hinten reinstellen und Hertha sich höchstens mit Freistößen dem Tor annähern kann. Luhukay: „Wenn wir aus dem Spiel heraus nicht zum Erfolg kommen, dann bleiben uns immer noch die Standards. Es ist auch eine Qualität, dann zu treffen.“

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