Der Transfer von Herthas Spielmacher Raffael (27) zu Dynamo Kiew verzögerte sich zum Schluss noch einmal. Alle Parteien waren sich über den Acht-Millionen-Euro-Deal einig und doch kam noch etwas dazwischen. Die Maschine, die den Brasilianer nach Kiew fliegen sollte, fiel aus.
Sechs Uhr morgens betrat Raffael mit seinem Berater den Wiener Flughafen, um schnell in die ukrainische Hauptstadt zu düsen. Alles war perfekt organisiert und durchgeplant. 7.10 Uhr Abflug Abflug nach Kiew, dort in der Privatklinik „Boris“ fix den Medizin-Check absolvieren und dann den lukrativen Vierjahresvertrag unterschreiben, der dem Brasilianer bis zu 20 Millionen Euro netto bringt. Doch ein Triebwerksschaden stoppte den Plan und selbst die nächste Maschine hob mit über dreistündiger Verspätung erst 10.39 Uhr ab.
Bei Hertha herrscht Anspannung. Denn erst wenn der Deal perfekt ist, verkleinert sich die bisherige Lücke von 13 Millionen im Saison-Etat. Allerdings kann nicht das gesamte Geld aus dem Raffa-Transfer ins Budget fließen. Ein Teil wird an den geheimen Investor gehen, der Hertha im vergangen Jahr mit einer Geldspritze über acht Millionen Euro aushalf und im Gegenzug Transferrechte an Spielern wie zum Beispiel Raffael erwarb.
Trainer Jos Luhukay hätte gerne mit dem 27-jährigem Regisseur zusammengearbeitet. Doch von Beginn an wusste der Niederländer, wie gering die Chance ist, den feinen Techniker zu behalten: „Ich habe mich vom ersten Trainingstag darauf eingestellt, dass er uns verlassen wird, wenn es für alle Seiten passt.“ Luhukay kennt das Profi-Geschäft und weiß um die Wichtigkeit des Transfers für Hertha. Deshalb hat er Raffael bei den Testspielen gar nicht mehr eingesetzt und das System so umgestellt, dass er ohne klassischen Spielmacher auskommt.
So nüchtern sehen es die Hertha-Fans natürlich nicht, die an all die schönen Momente denken, die ihnen der am 8. Januar erstmals in Berlin einfliegende Brasilianer in 1667 Tagen beschert hat. Allen voran der 2:1-Sieg bei Meister Dortmund letzte Saison. Wohl Raffas bestes Spiel im Hertha-Trikot.
Deshalb bemerkten die Anhänger wehmütig, als sie vom Ausfall der Kiew-Maschine hörten: „Selbst das Flugzeug will ihn nicht gehen lassen.“

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