Berlin 820 Spiele in 26 Jahren – kein anderer Coach saß so oft bei Bundesligaspielen auf der Bank wie Otto Rehhagel (73). Und in den kommenden Wochen bis zum 5. Mai kommen noch zwölf Partien zu dieser stolzen Statistik dazu. Ohne Zweifel: Der neue Hertha-Coach ist der personifizierte Fußball-Sachverstand.
Entsprechend groß ist die Ehrfurcht, die die Blau-Weißen ihrem neuen Trainer schon vor dem ersten Training am Dienstag (10 Uhr) entgegenbringen. Die meisten kennen ihn nur aus dem Fernsehen. Und der Herthaner, der Rehhagel persönlich kennt, ist am überschwänglichsten. Peter Niemeyer lacht vor Freude: „Wenn er den Raum betritt, dann sieht man nur ihn.“
Bei der DFB-Pokalfeier 2009 trafen sich die beiden Ex-Werderaner zum letzten Mal. „Er war als Ehrengast zu unser Siegesfeier eingeladen“, erinnert sich Niemeyer und schwärmt von der Aura des großen Otto. „Ich freue mich sehr, dass wir unter ihm trainieren dürfen. Er ist gut für die Mannschaft, er ist gut für den Verein.“ So redet einer, der voller Vorfreude ist.
Viel mehr, als die meisten seiner Kollegen. „Ich bin Profi geworden, da hat Rehhagel sein letztes Bundesligaspiel als Trainer gemacht“, lacht Maik Franz, der nach seinem Kreuzbandriss in der Reha ackert. Auch Jung-Stürmer Pierre-Michel Lasogga (19) kennt den großen Otto noch nicht persönlich. „Unter ihm zu trainieren ist eine echte Ehre“, meint der zuletzt glücklose Goalgetter, „ich hoffe, dass er der Mannschaft weiterhilft und wir gemeinsam die Punkte holen.“
Dass Hertha mit König Otto den Klassenerhalt schafft, daran lässt Kenner Niemeyer keinen Zweifel: „Er war Werderaner. Er kann also nur ein sehr guter Trainer sein. Jetzt ist er Herthaner. Das passt, das wird gut.“
Geballte Hertha-Kompetenz gibt’s beim KURIER. Deshalb bekam Sportchef Andreas Lorenz (l.) von Sport1 eine Einladung zum Fachtalk „Doppelpass“. Er diskutierte mit Rudi Völler (r.) und Moderator Jörg Wontorra (M.), Ewald Lienen und Thomas Helmer – natürlich nicht nur über Hertha.
Hätte dieser verfluchte Ball nicht wenigstens einmal ins Tor gehen können? „Ich hatte zwei Riesen-Möglichkeiten und dabei unglaubliches Pech“, hadert Raffael nach dem 0:1 gegen Dortmund mit sich.
Statt des öden Auslaufens im Wald durften die Hertha-Profis zur Regeneration Fußball spielen. Felix Bastians (entzündeter Zeh) und Ramos (Rippen) fehlten.
„Geld schießt keine Tore.“
„Die Entscheidungen, die ich treffe, sind immer richtig.“
„Leichte Bälle zu halten ist einfach. Schwierige Bälle zu halten ist immer schwierig.“
„Wenn ich heute fünf Talente einbaue und mehrere Spiele hintereinander verliere, dann lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“
„Ich bin mit Fußball geboren und ich will mit Fußball sterben. So lange ich ein Angebot bekomme, arbeite ich.“
„Mal gewinnt man und mal gewinnen die anderen.“
„Jeder kann sagen, was ich will.“
„Druck gibt es im Fußball immer, das ist so alt wie der Fußball selbst.“
„Mein Idealspieler existiert nicht, Perfektion gibt es nur im Computer.“
„Mit Sprüchen wurde noch nie ein Spiel gewonnen.“
„Ich kann überall arbeiten. Die Plätze sind überall gleich lang und gleich breit.“
„Frauen: das beste Trainingslager.“
„Ich habe mehr gewonnen als verloren.“
„Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist.“
„Wer Erster ist, hat immer Recht. Ich habe also Recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.“
Bremens Trainer Thomas Schaaf: „Wir wissen, was Otto verkörpert. Ich glaube, er ist ein absoluter Fachmann. Ich habe da keine Bedenken.“
Augsburgs Manager Andreas Rettig: „Schön, dass so ein verdienter Mann zurück auf der Bühne ist. Rehhagel hat ein sehr schweres erstes Spiel - bei uns in Augsburg!“
Herthas Pierre-Michel Lasogga: „Da können wir uns echt geehrt fühlen, dass wir mit so einer Trainergröße zusammenarbeiten dürfen.“
Ex-Profi Jan-Aage Fjörtoft: „Das größte Comeback seit Elvis 1968."
Herthas Peter Niemeyer: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Otto Rehhagel. Mehr Erfahrung bei einem Trainer geht nicht."
Herthas Christoph Janker: „Ich hoffe, dass uns Rehhagel wieder auf die richtige Spur bringt."
Nürnbergs Trainer Dieter Hecking: „Auf mich macht Rehhagel den Eindruck, dass er heiß auf die Aufgabe ist. Ich glaube, dass es kein schlechter Schachzug von Hertha ist.“
Hoffenheims Trainer und Herthas Ex-Coach Markus Babbel: „Das ist grandios. Ich halte Rehhagel für einen fantastischen Trainer. Ich habe das große Vergnügen gehabt, unter ihm trainieren zu dürfen. Ich freue mich darauf, ihn bald zu sehen.“
Ex-Bayern-Spieler Thomas Strunz: „Ich hatte Rehhagel ein Jahr in München als Trainer. In dieser Saison wurde der FC Hollywood geboren. Von daher kann man das sehen, wie man will.“
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp: „Otto Rehhagel ist ein außergewöhnlicher Kollege. Ich freue mich auf seinen Wortwitz und seine Qualität als Trainer. Das wird, glaube ich, eine gute Geschichte in Berlin."

Stellen Sie sich vor, Hertha wiederholt ein Relegationsspiel und fast keiner ist da. Mehr...

| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||