Bei einem Benefiz-Spiel schnürte Dick van Burik am Samstag nach über vier Jahren erstmals wieder die Töppen. Wenn der Ex-Abwehrchef von Hertha BSC (245 Buli-Spiele) Sonntagabend auch noch über seine Landsleute bei der EM jubeln kann, wäre es ein perfektes Wochenende.
Van Burik befürchtet aber, dass es nur bei der Freude über das eigene Comeback bleibt. „Die Qualität haben wir natürlich, um Portugal zu schlagen. Aber die Moral ist ziemlich am Boden“, so van Burik. Die Niederlage gegen Deutschland kam für ihn alles andere als überraschend. Van Burik: „Da hat sich ganz klar die Mentalität gezeigt. In Deutschland kriegst du schon als kleiner Junge gelernt, dass nur Siegen wichtig ist. Völlig egal, wie. In Holland musst du erst mal schön spielen. Und genau das bringt leider den Egoismus ins Team.“
Besonders enttäuscht war der 38-Jährige von Arjen Robben. Van Burik: „Der kam nicht einmal richtig an Lahm vorbei. Dann ist er nach seiner Auswechslung auch noch zutiefst beleidigt. Das gibt es bei den Deutschen nicht.“
Auch auf einige holländischen Fans ist van Burik richtig sauer. „Sich gegenseitig auf den Arm zu nehmen und zu piksen, ist doch völlig normal. Mit den Wohnwagen-Witzen und Fotos kann ich als Holländer leben. Ein paar meiner Landsleute haben es aber leider wieder mal nicht geschafft, auch mit einer Niederlage umzugehen. Dass zuletzt auf einem Zeltplatz sogar Autos mit deutschen Kennzeichen angezündet wurden, darüber kann ich nur fassungslos den Kopf schütteln. Und jetzt sind viele Leute so enttäuscht, dass sie sich das letzte Spiel gar nicht mehr anschauen wollen. Die orangene EM-Euphorie ist leider ausgegangen wie eine Kerze.“

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