Freitag, 17. Februar 2012
Genial oder fatal

Griecht Rehhakles die Hertha flott?

Von A. Lorenz

Köpfchen und Ball: Trainer-Ikone Otto Rehhagel
Köpfchen und Ball: Trainer-Ikone Otto Rehhagel
Foto: dapd
Berlin –  

Immer dann, wenn der Fußball und das Leben gar nicht mehr verrückter werden kann, kommt Hertha BSC und setzt neue Maßstäbe: Otto Rehhagel, zarte 73 Jahre alt, soll die krisengeschüttelten Blau-Weißen vor dem Abstieg retten. KURIER erfuhr: Die Trainerlegende ist bereit, den Hertha-Job zu übernehmen. Aber nur bis Saisonende.

Es ist der absolute Bundesliga-Hammer. Die Rückkehr von Otto Rehagel in die Liga, die er selbst am 24. August 1963 – vor 48 Jahren, fünf Monaten und 26 Tagen – mitbegründete! Als Hertha-Spieler!! Ob Sie es glauben oder nicht!!!

1000 Hertha-Spiele nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg am 1. Spieltag der Bundesliga-Historie kommt ein Blau-Weißer der ersten Stunde zurück. Verrückt ist ein viel zu kleines Wort dafür.

Fußballtrainer Otto Rehhagel im Kurzporträt

Otto Rehhagel

Geburtsdatum: 9. August 1938 in Essen

Otto Rehhagel als Griechenlands Held beim EM-Triumph am 4. Juli 2004.
Otto Rehhagel als Griechenlands Held beim EM-Triumph am 4. Juli 2004.
Foto: imago

Hertha-Manager Michael Preetz – der mit Michael Skibbe zuletzt kräftig danebenlangte – und Präsident Werner Gegenbauer verhandelten mit dem Mann, dessen Name für sensationelle Titel steht. Zweimal Meister mit Werder Bremen gegen den übermächtigen FC Bayern (1988, 93). Meister mit Kaiserslauterns Aufsteigertruppe 1998.

Und, schon 65-Jährig, die absolut irrwitzige Krönung seiner Karriere mit dem EM-Titel 2004 als Nationaltrainer Griechenlands. Erst nach der WM 2010 ging Rehhagel in den (Un)Ruhestand.

Die besten Bilder von König Otto

Bildergalerie ( 13 Bilder )

Die Zig-Millionen-Euro-Fragen, aber sind: Griecht Rehhakles mit Hertha die Kurve? Hören die Profis auf den Mann, der vor zwölf Jahren letztmals in der Bundesliga Kommandos gab? Oder lacht die Truppe, die Skibbe nach nur fünf Spielen wegmobbte, den alten Haudegen gnadenlos aus?

Kann Otto aus launischen Profis wie Lell, Ben-Hatira, Ebert oder Ramos, dem zu ruhigen Raffael, dem Kraftpaket Lasogga und ein paar Führungsspielern wie Kraft, Mijatovic, Niemeyer und Lustenberger eine Truppe formen, die alles gibt und die Wende schafft? Passt sein defensiver, destruktiver Fußball zum Kader und überhaupt noch in die Liga?

Michael Preetz hatte bei der Trainersuche von Anfang an eine große Lösung im Sinn (KURIER berichtete). Einen Namen, der wie Donnerhall wirkt und Autorität mitbringt. So wie 2004 eben mit Hans Meyer die Rettung gelang. Hitzfeld. Schuster. Sogar Effenberg waren in dieser Kategorie spekuliert worden.

Otto Rehhagels beste Sprüche

„Geld schießt keine Tore.“

Jetzt wird es Rehhagel. Die Idee und die Kosten (geschätzt rund 500.000 Euro für zehn Wochen Arbeit bis zum Saisonende am 5. Mai) wurden Freitagabend im Präsidium besprochen.

Jetzt wird es Rehhagel, der 1963 als Neu-Herthaner (53 Buli-Einsätze, 6 Tore) folgendes empfand: „Ich sehe mich noch heute mit meinem VW am Theodor-Heuss-Platz stehen und die Straße hinunterschauen zur Siegessäule und dem Brandenburger Tor und höre mich zu mir selbst sagen: Otto, jetzt geht’s los! Das war für mich der Startschuß zu neuen Dimensionen.“

Hertha kompakt

Abgesoffen

Land unter im Presseraum des Olympiastadions. Ein Wasserschaden wird zur Zeit in den Katakomben repariert. Erst zum Bayern-Spiel am 17. März können dort wieder Pressekonferenzen abgehalten werden. Bis dahin finden die Gespräche mit den Trainern in der Aufwärmhalle statt.

Eines ist klar: Wenn Rehhagel die Saison rettet, haben Preetz und Gegenbauer einen Coup gelandet. Wenn nicht, wenn die Blau-Weißen mit Rehhagel absteigen, wird das Lachen über Hertha BSC nie mehr aufhören!

Kriegt Rehhakles die Hertha wieder flott? Jetzt kommentieren!

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Stellen Sie sich vor, Hertha wiederholt ein Relegationsspiel und fast keiner ist da.   Mehr...

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1. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Borussia Dortmund 80:25 81
2 Bayern München 77:22 73
3 FC Schalke 04 74:44 64
4 B. Mönchengladbach 49:24 60
5 Bayer Leverkusen 52:44 54
6 VfB Stuttgart 63:46 53
7 Hannover 96 41:45 48
8 VfL Wolfsburg 47:60 44
9 Werder Bremen 49:58 42
10 1. FC Nürnberg 38:49 42
11 1899 Hoffenheim 41:47 41
12 SC Freiburg 45:61 40
13 1. FSV Mainz 05 47:51 39
14 FC Augsburg 36:49 38
15 Hamburger SV 35:57 36
16 Hertha BSC Berlin 38:64 31
17 1. FC Köln 39:75 30
18 1. FC Kaiserslautern 24:54 23
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So muss es wieder sein: Roman Hubnik (verdeckt) erzielt Herthas 1:0 im Hinspiel der Relegation.

Das Spiel ist aus. Endstand 2:2. Hertha steigt ab.

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