Niemand kann genau definieren, was einen echten Herthaner ausmacht. 280 Bundesliga-Spiele jedenfalls reichen nicht, um sich dieses Prädikat zu verdienen. Michael Sziedat war vor der Ablösung durch Pal Dardai Herthas Rekordspieler. Auf der Mitgliederversammlung trat er als Preetz-Gegner und Dauer-Pöbler auf.
Doch die Blau-Weißen sind längst kein Chaos-Verein mehr. Der Zündler ohne Plan – Motto: Erst mal alle abwählen und dann sehen wir weiter – wurde mit Fragen nach Konzepten, Namen und Motivation („Wo warst du denn die letzten 30 Jahre, Michael?“) bombardiert. Bis er entnervt vom Podium ging und damit seine Chancen auf einen Platz im Präsidium wegwarf. Vor der Versammlung hätte fast jeder Sziedat gewählt. Doch dann wurde deutlich, was ihm fehlt: Das Herz, an Hertha zu glauben. Der Mut, für Hertha zu kämpfen. Und das Hirn, in wirren Zeiten immer noch die beste Lösung für Hertha finden. 3400 Mitglieder im ICC bewiesen, wie stark und laut das blau-weiße Herz schlägt. Genau das ist die Verpflichtung für Präsident Werner Gegenbauer und Manager Michael Preetz. Es ist eine Ehre, die Geschicke eines Vereins leiten zu dürfen, der Krisen mit soviel Vernunft bewältigt. Eine Ehre und eine Verpflichtung, noch härter zu arbeiten.

Alle haben es bei Hertha erwartet und genauso ist es passiert. Pünktlich zur Mitgliederversammlung verlängerte Meistertrainer Jos Luhukay (49) am Dienstag seinen Vertrag bis 2016. Mehr...

Was für traumhafter Schlusspunkt nach einer ganz starken Saison von John Anthony Brooks. Mehr...
