Was will Hertha mit so vielen Stürmern? Das ist die große Frage seit der Zweitligist einen Tag vor dem Start des Trainingslagers in Österreich mit Sandro Wagner (24), Ben Sahar (22) und Sami Allagui (26) drei Stürmer auf einen Schlag verpflichtete. Für Trainer Jos Luhukay ist alles klar. Denn Jos hat einen Plan.
„Die drei sind auf jeden Fall eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass uns Raffael oder Adrian Ramos verlassen“, macht der Trainer klar. Das Zeichen ist klar. Hertha hat seine Hausaufgaben gemacht. „Wir sind ja nicht blauäugig. Natürlich haben wir uns damit beschäftigt, wie die Mannschaft offensiv aufgestellt werden muss, um aufzusteigen.“
Keiner der drei Torhüter! Stammkeeper Thomas Kraft ist die ersten vier Spieler gesperrt, Sascha Burchert vertritt ihn, und Philip Sprint sitzt auf der Bank. In der Abwehr wird es schon enger. Da müssen die jungen Spieler Sebastian Neumann, Fabian Holland und John Brooks um ihren Platz bei den Profis kämpfen. Im Mittelfeld wird es eng für Daniel Beichler und Marvin Knoll. Im Sturm hat es Marco Djuricin noch schwerer, weil gleich vier neue Angreifer da sind. Empfiehlt er sich am Samstag beim Testspiel gegen Norwich City?
Doch Luhukay wäre nicht Luhukay, wenn er einfach nur Ersatz für scheidende Profis gesucht hätte. Die alte Dame Hertha soll unter dem Niederländer nicht nur angriffslustiger werden. Sondern auch so flexibel, dass jedes Abwehrbollwerk in der zweiten Liga geknackt werden kann.
Deshalb hebt der Trainer die Vorzüge jedes einzelnen neuen Angreifers hervor: „Sandro Wagner ist ein großer Spieler, den man immer anspielen kann. Er kann den Ball halten und ablegen.“ Das ist nicht der einzige Vorzug des 1,94 Meter großen Stürmers. Der Coach hofft auch auf mehr Gefährlichkeit bei Standards: „Er ist unglaublich kopfballstark.“
Auch für den Israeli Ben Sahar findet Luhukay nur lobende Worte: „Er kann vorne alle Positionen spielen. Außerdem ist er auf den ersten Metern sehr schnell, hat Zug zum Tor und kann auch Treffer erzielen.“ Überzogene Erwartungen an beide bremst der Trainer aus. „Sie hatten bisher kaum Vorbereitungszeit. Deshalb setze ich bei ihnen ein Fragezeichen, ob sie gleich im ersten Spiel dabei sind.“
Beim dritten Stürmer Sami Allagui sieht das anders aus, weil er in Mainz voll im Training stand. Luhukay erhofft sich viel von ihm: „Er ist ein Schlitzohr mit viel Erfahrung. Vor allem ist er ein richtiger Vollstrecker, extrem torgefährlich im Strafraum.“
Mit den drei Neuzugängen ist der Konkurrenzkampf endlich auch im Sturm richtig eröffnet. „Die Spieler können sich nicht ausruhen, sondern müssen täglich im Training Topleistungen bringen“, freut sich Luhukay über seinen gelungenen Plan.

Herthas Einkaufstour für die Bundesliga geht weiter. Nach Sebastian Langkamp (Augsburg) und Johannes van den Bergh (Düsseldorf) kommt der dritte Neuzugang. Mehr...
