Samstag, 4. Februar 2012
Herthas Krise immer schlimmer

Haste Scheiße am Fuß...

Von Wolfgang Heise

Foto: dpa
Berlin –  

Oh Hertha, jetzt hast du auch noch das Pech eines akuten Abstiegskandidaten. Es war nicht so schlimm wie das 1:2 gegen den HSV vor einer Woche. Es war aber genauso erfolglos. 0:1 (0:0) verlieren die Blau-Weißen gegen Hannover 96. Viel Pech, jede Menge vergebene Torchancen und Frust nach dem Abpfiff.

Schon heute kann Hertha nach drei verlorenen Spielen in der Rückrunde unter dem neuen Trainer Michael Skibbe auf Relegationsplatz 16 abrutschen, wenn Lautern gegen Köln gewinnt. Adrian Ramos hatte fast Tränen in den Augen, als er nach dem Abpfiff in die Stadionkatakomben ging. Er hielt sich seine linke Schulter, auf die er in der Nachspielzeit gefallen war und die schmerzte.

Skibbes Fehlstart

Skibbes Fehlstart mit drei Niederlagen (1:5 Tore) zum Beginn sein Hertha-Zeit...

... ist desaströs, wurde in den letzten gut 20 Jahren aber schon zweimal getoppt.

Doch die Verletzung war es nicht alleine bei dem Kolumbianer. Der Stürmer, der vergangene Saison Hertha zum Aufstieg und zur Zweitliga-Meisterschaft schoss, durchlebt gerade den nächsten Krisenauftritt. Seinen Killerinstinkt hat er verloren.

Es ist die 41. Minute, der richtige Zeitpunkt, um Gegner Hannover mit einem Tor vor der Pause zu schocken. Denn bis dahin hatte Hertha das Spiel wirklich gut im Griff. Fabian Lustenberger passt an der Strafraumgrenze zu Ramos. Der steht fast völlig frei und zögert.

Höhe- und Tiefpunkte: Hertha - Hannover 96

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Man sieht, spürt förmlich die Verunsicherung. Er passt viel zu ungenau zu Pierre-Michel Lasogga. Der junge Angreifer köpft den Ball irgendwie doch noch aufs Tor. Der Ball braucht nur noch 20 Zentimeter zu rollen. Der Torjubel bleibt den Hertha-Fans im Halse stecken.

Denn Hannovers Christopher Avevor kratzt den Ball gerade noch von der Linie. 30 Sekunden später scheitert Lasogga mit dem Nachschuss an 96-Keeper Ron-Robert Zieler. Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß.

Skibbe kommentierte es so: „Die erste Halbzeit hat nicht den Ertrag gebracht, den wir verdient gehabt hätten. Ein Tor hätte uns mehr Sicherheit in der zweiten Halbzeit gegeben.“

Torchancen vergeben. Dann brutal bestraft. Denn die Blau-Weißen verloren nach der Pause die Kontrolle über das Spiel. Und Hannover hatte einfach ganz großes Glück. Nach einem Konter traf Mohammed Abdellaoue aus 22 Metern mit einem wunderschönen Schuss zum 1:0 (68.). Sogar Hannovers Trainer Mirko Slomka gab danach zu: „Der Treffer war schön, aber quasi aus dem Nichts. Es war ein sehr schweres Spiel, aber wir sind jetzt superglücklich.“
Der Niedersachsen-Dusel hielt bis zum Schluss, weil bei Ramos wirklich gar nichts mehr lief. Nach einem Pass von Lasogga stolperte er an der Strafraumgrenze und fiel hin (74.). Auch das wäre noch mal die Chance zumindest zum Ausgleich gewesen.

Doch Ramos und Hertha waren am Boden. Eine Minute später flog auch noch Sebastian Neumann mit Gelb-Rot vom Platz. Da war die nächste Heimpleite endgültig perfekt. Peter Niemeyer schüttelte mit dem Kopf: „Die haben einen Sonntagsschuss und wir müssen uns jede Torchance hart erarbeiten. Es ist aber jetzt falsch, den Kopf in den Sand zu stecken. Wenn wir kämpfen, kommt auch das Glück zurück.“

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Stellen Sie sich vor, Hertha wiederholt ein Relegationsspiel und fast keiner ist da.   Mehr...

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So muss es wieder sein: Roman Hubnik (verdeckt) erzielt Herthas 1:0 im Hinspiel der Relegation.

Das Spiel ist aus. Endstand 2:2. Hertha steigt ab.

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