Samstag, 5. November 2011
Frust-Heimspiel für Hertha-Fans

Greuslich, diese Lulu-Show

Von W. Heise/D. Rubert

Hertha vs. Gladbach: Die besten Bilder

Berlin –  

Aua, das war ein ganz böser Tritt in die Magengrube. Diese zweite Heimpleite tut so richtig gemein weh. Hertha BSC verliert 1:2 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach, gegen Ex-Trainer Lucien Favre. Das ist schon fies genug. Doch noch schmerzhafter: Diese Niederlage ist so überflüssig. Stark angefangen, aber dann setzte die gReusliche Lulu-Show ein.

Die meisten Hertha-Profis flüchteten nach dem Abpfiff sofort in die Kabine. Christian Lell, Maik Franz und Lewan Kobiaschwili gingen als kleine Männer-Gruppe zu den Fans in die Ostkurve, winkten einmal schüchtern und gingen dann auch. Lell: „Das gehört sich so. Die Fans haben uns wieder fantastisch unterstützt.“ Aber die blau-weißen Anhänger wurden so schlimm enttäuscht. Es herrschte Stille.

Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach: Die Noten

Hertha BSC

Tor

Kraft

Note 3

Stimmen des Tages

Trainer Markus Babbel: „Kompliment an meine Mannschaft. Das war ein ganz anderer Auftritt als gegen Mainz. Sie haben alles gegeben, alles probiert und mit etwas mehr Kraft hinten raus hätten wir auch einen Punkt mitnehmen können.“

Während am Marathon im Gästeblock Party-Stimmung war und Gladbachs Fans zehn Minuten sangen: „Lucien Favre! Wir wollen den Trainer sehen!“ Der Schweizer geht als großer Sieger vom Platz. Und Hertha vergeigte wieder mal ein Heimspiel.
Lell konnte es nicht fassen: „Das ist einfach nur ärgerlich. Wir haben so gut angefangen und uns dann den Schneid abkaufen lassen. Wir dürfen uns einfach nicht so hängen lassen.“

Mit vollem Tempo begann Hertha gegen die Borussia. Nach einem Zuckerpass von Raffael zielt Adrian Ramos durch die Beine des Gladbacher Keepers Marc-Andre ter Stegen ins lange linke Toreck zum 1:0 (18.). Ein Traumtor, ein Traumstart!

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„Da muss doch mehr gehen“, denken alle im Olympiastadion. Ramos hat drei Minuten später die Chance zum 2:0, aber wird von Martin Stranzl in letzter Sekunde abgeblockt. Favre: „Bei einem zweiten Gegentreffer wären wir tot gewesen.“

Doch dann brachen die Blau-Weißen ihr Offensiv-Spiel einfach ab. Das Elend nahm seinen Lauf. Gladbachs Reus lief an Maik Franz wie an einer Slalomstange vorbei und traf zum 1:1 (33.). Unglücksrabe Franz: „Das ging so schnell, ich muss mir das noch mal im Fernsehen anschauen. Reus ist hinter meinem Rücken vorbeigelaufen.“

Die Unaufmerksamkeit erhöhte sich dann in der zweiten Halbzeit. Kapitän Andre Mijatovic: „Wir haben in der Pause gesprochen, aber wir konnten davon fast nichts umsetzen auf dem Platz.“ Lulus Profis machten das Spiel und Herthas Spieler die Fehler …

Mijatovic unterlief eine hohe Flanke. Gladbachs Juan Arango schoss, Torwart Kraft konnte den Ball abwehren. Doch Reus stand alleine im Strafraum und traf volley zum 2:1 (55.).

Hertha war für eine Viertelstunde geschockt. Dann probierten die Babbel-Jungs alles, doch noch den Ausgleich zu schaffen. Aber Raffaels Lattenkracher (72.) war einfach zu wenig. Mijatovic bittere Erkenntnis: „Wir haben verdient verloren.“ Und dieses Gefühl ist immer besonders fies.

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So muss es wieder sein: Roman Hubnik (verdeckt) erzielt Herthas 1:0 im Hinspiel der Relegation.

Das Spiel ist aus. Endstand 2:2. Hertha steigt ab.

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