Nicht schon wieder das rechte Knie! Und das ausgerechnet einen Tag vorm Geburtstag! Doppelschock für Torwart-Hüne Maikel Aerts (36)! Der Niederländer musste dick bandagiert das Vormittags-Training abbrechen, fuhr direkt in die Praxis von Hertha-Doc Ulrich Schleicher. Diagnose: Innenbanddehnung, acht Tage Pause! Glück im Unglück!
Was ist passiert? Die Feldspieler üben Passfolgen. Die Schlussmänner Maikel Aerts, Thomas Kraft und Sascha Burchert trainieren mit Torwart-Coach Christian Fiedler, knallen sich auf einem Nebenplatz die Bälle um die Ohren.
Als der 1,94-Meter-Mann Aerts in der Kiste steht, zieht Fiedler die Kugel flach aufs Tor. Der Niederländer versucht, mit dem Fuß abzuwehren. Dabei fällt er unglücklich auf sein rechtes Knie. Ausgerechnet das rechte! In dem hatte er im Herbst 2010 einen Anriss des vorderen Kreuzbandes. Damals verpasste er sieben Ligaspiele. Nun also wieder das gleiche Gelenk. Das darf doch nicht wahr sein!
Mit schmerzverzerrtem Gesicht bleibt der „Lange“ liegen. Sofort eilen Fiedler und die beiden anderen Keeper herbei. Erkundigen sich. Maik Franz und Christoph Janker unterbrechen extra ihr separates Laufprogramm, kommen ebenfalls dazu. Franz tröstet den XXL-Goalie, klopft ihm auf die Schulter. Der Verteidiger, kennt sich mit Knie-Verletzungen aus, befindet sich nach seinem Kreuzbandriss selbst noch im Aufbautraining.
Physio David de Mel ruft telefonisch einen Kleintransporter. Aerts steigt humpelnd ein, verschwindet zu Doktor Schleicher. Der überbringt zwei Stunden später dem Torwart-Riesen ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk: „nur“ eine Innenbanddehnung und „nur“ acht Tage Pause.
Trainer Jos Luhukay und Manager Michael Preetz baggern an Mittelfeldspieler Peer Kluge vom FC Schalke 04. Der 31-Jährige mit 218 Bundesliga-Einsätzen (Schalke, Nürnberg, Gladbach) kann für Kleingeld gehen und könnte auf dem rechten Flügel Patty Ebert ersetzen, dessen Vertrag nicht verlängert wurde.
Ja! Aufstieg plus Gewinn der Stadtmeisterschaft gegen den Lokalrivalen 1. FC Union. In der Zweitliga-Saison 2010/11 spielte Hertha in der Försterei 1:1, verlor das Rückspiel im Olympiastadion 1:2. Herthas damaliger Trainer Markus Babbel meinte nach der Heimpleite: „Darüber wird nur noch eine Woche gesprochen.“ Nonsens. Darüber wird noch in 100 Jahren geredet. Und die Hertha-Fans brennen auf die Revanche.

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