Bald kommt Lucien Favre zurück in die Stadt. Herthas Ex-Trainer tritt Sonnabend (15.30 Uhr) mit Borussia Mönchengladbach gegen die Blau-Weißen an. Vor zwei Jahren, einem Monat und sechs Tagen wurde der Schweizer entnervt entlassen.
Wie viel Lulu steckt noch in Hertha? Fabian Lustenberger, der im Sommer 2007 mit dem Coach aus der Schweiz kam, weiß es ganz genau. Noch sieben Spieler des jetzigen Kaders haben bei Favre gezeigt: Raffael, Patrick Ebert, Adrian Ramos, Sascha Burchert, Christoph Janker, Fanol Perdedaj und Lockenkopf Lusti. Für ihn ist Favre ein ganz wichtiger Trainer in seiner Karriere: „Ich kam damals vom FC Luzern. Er hat mir die Chance gegeben, in die Bundesliga reinzukommen. Wir konnten damals alle profitieren, was den taktischen Bereich angeht.“ Lusti ist Lulu dafür immer noch dankbar.
Dann legt der Mittelfeldspieler los: „Ja, Favre ist ein Trainer, der extrem viel Wert auf Taktik legt. Er versteht viel vom Fußball, beschäftigt sich den ganzen Tag damit. Er ist wirklich fußballverrückt.“ War Favre nur ein verrückter Professor, dessen Lehren in der Abstiegssaison bei seiner Entlassung kein Profi mehr hören wollte?
Lucien Favre: Ja klar. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an Berlin. Das war meine erste Station in der Bundesliga. Die fast zweieinhalb Jahre werde ich nicht vergessen. Ich habe viele gute Erinnerungen, es war eine fantastische Zeit. Aber das ist nun auch abgehakt. Ich bin Trainer bei Borussia – es gefällt mir hier sehr, sehr gut.
Ja, das stimmt. Das erste Jahr war mehr Aufbau, wir sind Zehnter geworden. Danach war es eine fantastische Saison. Wir waren sehr effizient, landeten am Ende auf dem vierten Platz. Das war eine Sensation.
Nein, das ist vorbei.
Ich hatte zuvor fast dreizehn Jahre am Stück als Trainer gearbeitet, die Pause war nötig, ich brauchte Zeit, um regenerieren zu können – auch mental. So hatte ich Zeit, um mich weiterzuentwickeln. Ich habe Sprachkurse belegt, an meiner Systematik und Trainingsarbeit gefeilt und ich habe mir viele Spiele angeschaut.
Das ist kein normaler Aufsteiger, das ist klar. Sie sind gut gestartet, haben ein unglaubliches Offensiv-Potenzial.
Wir fahren nach Berlin, um zu gewinnen!
„Wir haben zwei Jahre lang mit Favre relativ erfolgreich gespielt“, sagt Lustenberger. In der ersten Saison übernahm der Coach ein marodes Team und kam 2008 auf Platz 10. Ein Jahr später spielte Hertha um die Meisterschale mit, am Ende war es nur Platz 4, sogar die Champions League wurde verspielt.
„Favre wollte immer, dass wir viel Ballbesitz haben – am besten mit einem Anteil von 60 Prozent, um so den Gegner zu kontrollieren. Wir sollten alles spielerisch lösen.“
Unter Babbel sieht es anders aus: Der Aufstiegstrainer fordert Aggressivität, Laufbereitschaft, Teamgeist und führt öfter Gespräche mit den Spielern.
„Ballbesitz, das hat sich jetzt wirklich geändert. Wir sind Aufsteiger, da haben wir nicht so eine Quote. Wir spielen abwartender. Beide Taktiken können erfolgreich sein.“
Heißt: So viel Favre steckt in diesem Team nicht mehr. Trainer Markus Babbel hat seine ganz eigene Handschrift.
W.H.
Raus dem Kader – und so schnell nicht wieder drin? Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira flogen vor dem 3:2 in Wolfsburg raus. Jetzt machen die beiden Mittelfeldspieler Extra-Training. Markus Babbel: „Das freut mich.“ Doch ob die beiden gegen Gladbach wieder im Kader sind, ließ der Coach offen.
Fünf Auswärtsspiele, ein Ergebnis: Alle Gladbacher Gastspiele endeten 1:0, dreimal für die Hausherren, zweimal für die Gäste, die damit auswärts die wenigsten Tore aller Klubs schossen.
In Berlin holten die Borussen seit ihrem letzten Sieg (2:1 am 10. September 2002) in sechs Auftritten nur zwei Punkte.
Gladbachs Trainer Lucien Favre, der sein 50. Bundesliga-Auswärtsspiel bestreitet, führte Hertha in der Saison 2008/09 auf Platz vier und in die Europa League.
Hertha ist seit vier Heimspielen ungeschlagen und holte den Rekord von fünf Punkten durch Tore in den letzten fünf Minuten.
In drei von fünf Partien spielte der Aufsteiger zu Hause zu Null. Gladbach verlor die letzten beiden Gastspiele 0:1, holte aber schon doppelt so viele Punkte wie in der kompletten Hinrunde der vergangenen Saison.
Drei der letzten vier Borussen-Treffer erzielte Marco Reus.
Herthas Heimbilanz gegen Gladbach: 15 S, 5 U, 4 N - 51:27 Tore.
Herthas Gesamtbilanz gegen Gladbach: 20 S, 13 U, 15 N - 81:72 Tore
Letzter Heimsieg: 2:1 am 28.2.09.
Letzte Heimniederlage gegen Gladbach: 1:2 am 10.9.02
Letzte Elfmeter: Gladbach (5/4): Arango am 23.1.10 (Drobny hält). Hertha (4/4): Marcelinho am 4.12.04
Letzter Platzverweis: Gladbach (2): Aidoo am 8.11.03. Hertha (4): Marcelinho am 8.11.03
Überraschung beim Training am Mittwoch. Publikumsliebling Zecke (36), der eigentlich nur noch bei der U23 spielt, trainierte bei den Profis mit. Der Witzbold: „Man muss der Jugend eine Chance geben.“ Markus Babbel: „Bei dem Nachwuchsteam hat sich sonst kein anderer aufgedrängt. Ich brauchte einen Mann für das Trainingsspiel.“
Keeper Thomas Kraft machte am Mittwoch das gesamte Torwarttraining nach seiner Gehirnerschütterung mit. Beim abschließenden Trainingsspiel ging er in die Kabine: „Mein Rücken zwickt ein bisschen.“ Adrian Ramos (Erkältung) und Roman Hubnik (Knöchel) liefen wieder.
Tor
Kraft
Note 3
Abwehr
Lell
Note 3
Abwehr
Mijatovic
Note 4
Abwehr
Franz
Note 5
Abwehr
Kobiaschwili
Note 3
Mittelfeld
Ottl
Note 4
Mittelfeld
Niemeyer
Note 4
Mittelfeld
Rukavytsya
Note 4
Mittelfeld
Raffael
Note 3
Mittelfeld
Ramos
Note 3
Angriff
Lasogga
Note 5
Tor
ter Stegen
Note 4
Abwehr
Jantschke
Note 3
Abwehr
Dante
Note 3
Abwehr
Stranzl
Note 4
Abwehr
Daems
Note 3
Mittelfeld
Nordtveit
Note 3
Mittelfeld
Neustädter
Note 3
Mittelfeld
Herrmann
Note 3
Angriff
Reus
Note 1
Mittelfeld
Arango
Note 3
Angriff
Hanke
Note 4

Die Gefahr eines Prozess-Marathons schien gebannt - doch Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hält sich im Kampf um eine Wiederholung des Relegationsrückspiels alle Optionen offen. Mehr...

| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||