Donnerstag, 3. November 2011
Fabian Lustenberger

So viel Lulu steckt noch in Hertha


Lustenberger mit Favre. Der Mittelfeldspieler hatte viel Verletzungspech.
Lustenberger mit Favre. Der Mittelfeldspieler hatte viel Verletzungspech.
Foto: City-Press GmbH
Berlin –  

Bald kommt Lucien Favre zurück in die Stadt. Herthas Ex-Trainer tritt Sonnabend (15.30 Uhr) mit Borussia Mönchengladbach gegen die Blau-Weißen an. Vor zwei Jahren, einem Monat und sechs Tagen wurde der Schweizer entnervt entlassen.

Wie viel Lulu steckt noch in Hertha? Fabian Lustenberger, der im Sommer 2007 mit dem Coach aus der Schweiz kam, weiß es ganz genau. Noch sieben Spieler des jetzigen Kaders haben bei Favre gezeigt: Raffael, Patrick Ebert, Adrian Ramos, Sascha Burchert, Christoph Janker, Fanol Perdedaj und Lockenkopf Lusti. Für ihn ist Favre ein ganz wichtiger Trainer in seiner Karriere: „Ich kam damals vom FC Luzern. Er hat mir die Chance gegeben, in die Bundesliga reinzukommen. Wir konnten damals alle profitieren, was den taktischen Bereich angeht.“ Lusti ist Lulu dafür immer noch dankbar.

Dann legt der Mittelfeldspieler los: „Ja, Favre ist ein Trainer, der extrem viel Wert auf Taktik legt. Er versteht viel vom Fußball, beschäftigt sich den ganzen Tag damit. Er ist wirklich fußballverrückt.“ War Favre nur ein verrückter Professor, dessen Lehren in der Abstiegssaison bei seiner Entlassung kein Profi mehr hören wollte?

Achim Müller interviewt Herthas Ex-Coach Lucien Favre

KURIER: Herr, Favre, am Samstag geht es nach Berlin zur Hertha, zu Ihrem alten Klub. Ist es für Sie ein besonderes Spiel?

Lucien Favre: Ja klar. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an Berlin. Das war meine erste Station in der Bundesliga. Die fast zweieinhalb Jahre werde ich nicht vergessen. Ich habe viele gute Erinnerungen, es war eine fantastische Zeit. Aber das ist nun auch abgehakt. Ich bin Trainer bei Borussia – es gefällt mir hier sehr, sehr gut.

„Wir haben zwei Jahre lang mit Favre relativ erfolgreich gespielt“, sagt Lustenberger. In der ersten Saison übernahm der Coach ein marodes Team und kam 2008 auf Platz 10. Ein Jahr später spielte Hertha um die Meisterschale mit, am Ende war es nur Platz 4, sogar die Champions League wurde verspielt.

„Favre wollte immer, dass wir viel Ballbesitz haben – am besten mit einem Anteil von 60 Prozent, um so den Gegner zu kontrollieren. Wir sollten alles spielerisch lösen.“

Unter Babbel sieht es anders aus: Der Aufstiegstrainer fordert Aggressivität, Laufbereitschaft, Teamgeist und führt öfter Gespräche mit den Spielern.

„Ballbesitz, das hat sich jetzt wirklich geändert. Wir sind Aufsteiger, da haben wir nicht so eine Quote. Wir spielen abwartender. Beide Taktiken können erfolgreich sein.“

Heißt: So viel Favre steckt in diesem Team nicht mehr. Trainer Markus Babbel hat seine ganz eigene Handschrift.

W.H.

Babbel lässt Patty und Änis zittern

Raus dem Kader – und so schnell nicht wieder drin? Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira flogen vor dem 3:2 in Wolfsburg raus. Jetzt machen die beiden Mittelfeldspieler Extra-Training. Markus Babbel: „Das freut mich.“ Doch ob die beiden gegen Gladbach wieder im Kader sind, ließ der Coach offen.

Hertha - Gladbach: Die Fakten zum Spiel

Fünf Auswärtsspiele, ein Ergebnis: Alle Gladbacher Gastspiele endeten 1:0, dreimal für die Hausherren, zweimal für die Gäste, die damit auswärts die wenigsten Tore aller Klubs schossen.

Hertha kompakt

Zecke machte mit

Überraschung beim Training am Mittwoch. Publikumsliebling Zecke (36), der eigentlich nur noch bei der U23 spielt, trainierte bei den Profis mit. Der Witzbold: „Man muss der Jugend eine Chance geben.“ Markus Babbel: „Bei dem Nachwuchsteam hat sich sonst kein anderer aufgedrängt. Ich brauchte einen Mann für das Trainingsspiel.“

Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach: Die Noten

Hertha BSC

Tor

Kraft

Note 3

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1. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Borussia Dortmund 80:25 81
2 Bayern München 77:22 73
3 FC Schalke 04 74:44 64
4 B. Mönchengladbach 49:24 60
5 Bayer Leverkusen 52:44 54
6 VfB Stuttgart 63:46 53
7 Hannover 96 41:45 48
8 VfL Wolfsburg 47:60 44
9 Werder Bremen 49:58 42
10 1. FC Nürnberg 38:49 42
11 1899 Hoffenheim 41:47 41
12 SC Freiburg 45:61 40
13 1. FSV Mainz 05 47:51 39
14 FC Augsburg 36:49 38
15 Hamburger SV 35:57 36
16 Hertha BSC Berlin 38:64 31
17 1. FC Köln 39:75 30
18 1. FC Kaiserslautern 24:54 23
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So muss es wieder sein: Roman Hubnik (verdeckt) erzielt Herthas 1:0 im Hinspiel der Relegation.

Das Spiel ist aus. Endstand 2:2. Hertha steigt ab.

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