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Montag, 23. Juli 2012

Herthas Elias Kachunga: Der heißkalte Knipser

Von Sebastian Fiebrig

Abhärtung im fünf Grad kalten Wasserbecken: John Anthony Brooks, Elias Kachunga und Alfredo Morales (von links)
Abhärtung im fünf Grad kalten Wasserbecken: John Anthony Brooks, Elias Kachunga und Alfredo Morales (von links)
Foto: City-Press
Stegersbach –  

Hitzig im Zweikampf. Eiskalt im Abschluss. Extrem locker neben dem Platz. All das ist Hertha-Stürmer Elias Kachunga. Den blau-weißen Fans schlägt das Herz höher, wenn der 20-Jährige loslegt. Denn mit seinem unbekümmerten Auftreten und seinen Toren ballert er die Depression einfach weg, die Herthas Stolper-Stürmer auf dem Weg zum Abstieg aus der Bundesliga auslösten.

Kachunga versteckt sich nicht, selbst wenn es brenzlig wird. Als beim Testspielsieg gegen Norwich City (3:2) die Partie auf der Kippe stand, suchte er die Konfrontation mit Verteidiger Daniel Ayala. Vollkommen egal, dass der Spanier einen halben Kopf größer ist. Kachunga wich nicht zurück, sondern gab Zunder.

Ganz klar: Den Jungen wirft so schnell nichts um. Auch nicht die Verpflichtung von drei neuen Stürmern (Allagui, Wagner, Sahar). „Ist doch gut“, sagt er ohne mit der Wimper zu zucken. „Wir wollen aufsteigen. Da ist es doch prima, wenn wir viele Angreifer haben.“

So hitzig wie Kachunga im Zweikampf ist, so eiskalt reagiert er vor dem Tor. Ob im direkten Duell mit dem Torwart oder aus der Entfernung. Er trifft einfach.

Zwei seiner sechs Tore in der Vorbereitung hat der 20-Jährige sogar vom Elfmeterpunkt aus erzielt. „Ich finde, wenn man sich gut fühlt, sollte man sich den Ball schnappen und ihn einfach reinschießen“, sagt er genauso unbekümmert wie er die gegnerischen Keeper verlädt.

Neben dem Platz verwandelt sich Elias Kachunga. Der eiskalte Hitzkopf wird zum 20-jährigen Spaßvogel, der selbst im bitterkalten Erholungsbecken herumalbert. Ohne zu zögern schnappt er sich den Apparat eines Fotografen und hält auf Alfredo Morales und Anthony Brooks drauf. „Los, spielt mit der Kamera!“, fordert er seine Kumpels zum Fotoshooting im nur fünf Grad kalten Wasser auf.

Spaß machen ohne abzuheben. Bei Hertha spielt er, weil er weiß, dass Trainer Jos Luhukay ein Händchen für Talente hat. Deshalb hörte Kachunga vor dem Kick gegen Norwich genau zu, als der Holländer am Spielfeldrand lange auf ihn einredete. „Der Trainer hat mir Tipps gegeben. Gesagt, was ich besser machen kann, worauf ich achten soll“, verrät Kachunga. Er setzte es perfekt um. Die drei Tore des heißkalten Knipsers erledigten den Premier-League-Klub.

Leidenschaft pur. Auf und neben dem Platz. So reißt Elias alle mit. Seine Mitspieler auf dem Rasen. Und vor allem die Hertha-Fans.

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