Zweite Liga, zweiter Anlauf. Das gilt nicht nur für Hertha BSC, sondern auch für sieben junge Spieler, die schon 2010/11 beim Wiederaufstieg unter Trainer Markus Babbel ihren Durchbruch schaffen wollten, aber nicht richtig vom Fleck kamen. Jetzt können die Talente zeigen, wer es wirklich drauf hat.
Schon vor zwei Jahren sollten die Jugendspieler mit Hertha den Weg zurück in eine bessere Zukunft gehen. Doch keiner wurde zum Stammspieler. Außenverteidiger Alfredo Morales (22), Innenverteidiger Sebastian Neumann (21) und Stürmer Marco Djuricin (19) durften immerhin noch letztes Jahr ein paar Mal in der Bundesliga ran. Pech hatte Youngster Nico Schulz (19), der nach 21 Zweitliga-Einsätzen im Sommer 2011 durch Pfeiffersches Drüsenfieber zurückgeworfen wurde und letzte Saison nur bei den Amateuren spielte.
Die anderen drei wurden verliehen: Mittelfeldmann Marvin Knoll (21) zu Dynamo Dresden, Mittelfeldtalent Daniel Beichler (erst nach Duisburg, dann ins österreichische Ried) und Abwehrspieler Shervin Radjabali-Fardi zu Aachen. Der Verteidiger hatte bei der Alemannia den besten Lauf, kam auf 38 Ligaspiele für die Alemannia, riss sich aber im April das Kreuzband.
Jetzt sind alle sieben wieder da und lauern auf ihre zweite Chance. Trainer Jos Luhukay freut sich über die Talente und nimmt sie gleich in die Pflicht: „Es liegt an den Jungs selbst, ob sie sich durchsetzen und mehr Einsätze bekommen.“ Dem Coach ist dabei vollkommen egal, was vor zwei Jahren war. Für den Holländer zählt nur die Leistung jetzt: „Sie müssen von ihrem Talent Gebrauch machen und den Durchbruch schaffen. Es reicht nicht, einfach zum Profikader zu gehören, sondern sie müssen sich ihre Einsätze erkämpfen.“
Die Sieben wissen, was dieser zweite Anlauf für sie bedeutet. „Das ist eine ganz große Chance. In der zweiten Liga ist es für uns etwas einfacher reinzukommen als in der Bundesliga“, weiß Sebastian Neumann. Er hat aus den letzten zwei Jahren seine Lehren gezogen. „Ich muss härter in die Zweikämpfe gehen, auf dem Platz lauter werden und die taktischen Vorgaben annehmen“, hat er sich vorgenommen.
Die Talente wissen, dass sie keinen Welpenschutz mehr genießen und sich durchbeißen müssen. Zweite Liga tut eben nicht nur den treuen blau-weißen Fans weh. Doch am Ende kann als Belohnung die Bundesliga stehen. Jungs, es ist Eure zweite Chance bei Hertha: Nutzt sie!

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