Schneegestöber: Otto Rehhagel hat zwei Tage nach seiner offiziellen Vorstellung die erste Trainingseinheit beim Fussball-Bundesligisten Hertha BSC geleitet.
Die Otto-Mania ist los! Mister Bundesliga, König Otto Rehhagel, schwang am Dienstag auf dem Trainingsplatz von Hertha BSC zum ersten Mal das Zepter. Und die Untertanen standen stramm. Bei feinstem Schneehagel bat der neue Coach zum ersten Training.
Ottos Welt ist jetzt blau-weiß. Tag und Nacht will er nur an Hertha denken. Das bekommen die Spieler ein erstes Mal zu spüren. Der Trainer-Dino (73) hält eine kurze Ansprache, dann geht es raus. Um 10.11 Uhr traben die Spieler auf den Platz. Der ist völlig verschneit. Vom Himmel rieseln die Flocken. Ein Traum von Winter. Nur für Fußballer eben nicht.
„Geld schießt keine Tore.“
„Die Entscheidungen, die ich treffe, sind immer richtig.“
„Leichte Bälle zu halten ist einfach. Schwierige Bälle zu halten ist immer schwierig.“
„Wenn ich heute fünf Talente einbaue und mehrere Spiele hintereinander verliere, dann lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“
„Ich bin mit Fußball geboren und ich will mit Fußball sterben. So lange ich ein Angebot bekomme, arbeite ich.“
„Mal gewinnt man und mal gewinnen die anderen.“
„Jeder kann sagen, was ich will.“
„Druck gibt es im Fußball immer, das ist so alt wie der Fußball selbst.“
„Mein Idealspieler existiert nicht, Perfektion gibt es nur im Computer.“
„Mit Sprüchen wurde noch nie ein Spiel gewonnen.“
„Ich kann überall arbeiten. Die Plätze sind überall gleich lang und gleich breit.“
„Frauen: das beste Trainingslager.“
„Ich habe mehr gewonnen als verloren.“
„Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist.“
„Wer Erster ist, hat immer Recht. Ich habe also Recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.“
Bremens Trainer Thomas Schaaf: „Wir wissen, was Otto verkörpert. Ich glaube, er ist ein absoluter Fachmann. Ich habe da keine Bedenken.“
Augsburgs Manager Andreas Rettig: „Schön, dass so ein verdienter Mann zurück auf der Bühne ist. Rehhagel hat ein sehr schweres erstes Spiel - bei uns in Augsburg!“
Herthas Pierre-Michel Lasogga: „Da können wir uns echt geehrt fühlen, dass wir mit so einer Trainergröße zusammenarbeiten dürfen.“
Ex-Profi Jan-Aage Fjörtoft: „Das größte Comeback seit Elvis 1968."
Herthas Peter Niemeyer: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Otto Rehhagel. Mehr Erfahrung bei einem Trainer geht nicht."
Herthas Christoph Janker: „Ich hoffe, dass uns Rehhagel wieder auf die richtige Spur bringt."
Nürnbergs Trainer Dieter Hecking: „Auf mich macht Rehhagel den Eindruck, dass er heiß auf die Aufgabe ist. Ich glaube, dass es kein schlechter Schachzug von Hertha ist.“
Hoffenheims Trainer und Herthas Ex-Coach Markus Babbel: „Das ist grandios. Ich halte Rehhagel für einen fantastischen Trainer. Ich habe das große Vergnügen gehabt, unter ihm trainieren zu dürfen. Ich freue mich darauf, ihn bald zu sehen.“
Ex-Bayern-Spieler Thomas Strunz: „Ich hatte Rehhagel ein Jahr in München als Trainer. In dieser Saison wurde der FC Hollywood geboren. Von daher kann man das sehen, wie man will.“
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp: „Otto Rehhagel ist ein außergewöhnlicher Kollege. Ich freue mich auf seinen Wortwitz und seine Qualität als Trainer. Das wird, glaube ich, eine gute Geschichte in Berlin."
Egal. Volle Konzentration auf die kommenden Spiele. Was anderes zählt für Rehhagel nicht. Und um sich möglichst schnell ein Bild von seinen Profis zu machen, lässt Otto nach dem Warmlaufen einfach mal Fußball spielen. Er steht am Rand. Erst zusammen mit Manager Michael Preetz in der letzten Ecke des Platzes. Dann in der Mitte gemeinsam mit seinen Co-Trainern Ante Covic und Rene Tretschok. Eine angeregte Diskussion bricht los. Zum Teil so hitzig, dass Rehhagel dem Spiel gar den Rücken zuwendet.
Nur drei Mal unterbricht er den Kick. Und dass ganz ohne seinen berühmten Pfiff. Bei dem Wetter zieht der König Handschuhe vor. Auf einem Finger pfeifen geht also nicht. Wenn er redet, herrscht Stille. Alle stehen in einem Halbkreis vor ihm. Auch die Assistenz-Trainer reihen sich bei den Spielern ein. Die Macht wird deutlich.
Auch nach einer Stunde. Da schickt er die Jungs duschen. Der Rekord-Bundesligatrainer (820 Spiele) selbst hat beim Verlassen des Platzes keine Lust auf den Rummel der rund 100 Anhänger. Von zwei Security-Leuten und Pressesprecher Peter Bohmbach wird er abgeschirmt durch die Menge geführt.
Am Ende bleibt also nur eines: Das Fazit, dass es ein lockerer Aufgalopp war, eine letzte Schonung, bevor der „demokratische Diktator“ den Herthanern sein wahres Ich zeigt. DR, SJ

Stellen Sie sich vor, Hertha wiederholt ein Relegationsspiel und fast keiner ist da. Mehr...

| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||