Viele Herrchen und Frauchen halten ihren Vierbeinern auch während der Corona-Krise die Treue. Foto: imago images

Falkenberg - Die Corona-Krise erfasst nach und nach das ganze Land – und macht auch vor Tierheimen nicht Halt. Der Tierschutzbund warnt: Immer mehr Tierhalter wollen ihre Haustiere aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus abgeben. Doch laut Experten gibt es dafür keinen Grund.

Auch im Berliner Tierheim habe es mehrere verunsicherte Anfragen gegeben, sagt Mitarbeiterin Beate Kaminski dem KURIER. „Aber bisher wollte niemand sein Haustier aus diesem Grund abgeben. Wir würden das sowieso nicht annehmen, weil es ein unakzeptabler Grund ist.“ Denn: Hunde oder Katzen können sich mit dem Virus nicht anstecken und es auch nicht übertragen.

Rückgang der Zuwendungen fatal: Tierheim Falkenberg finanziert sich über Spenden

Experten rufen deshalb zur Besonnenheit auf. Die Tierheime, auch jenes in Falkenberg, haben derzeit sowieso mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Bereits in der vergangenen Woche musste die Einrichtung für den Besucherverkehr geschlossen werden, um die Versorgung der rund 1400 untergebrachten Tiere weiterhin zu gewährleisten. Tiervermittlungen seien nur noch mit Termin möglich und gingen deshalb zurück, heißt es. Außerdem rechnen die Tierschützer mit dem Einbruch des Spenden-Aufkommens – verheerend, denn der Tierheim-Betrieb finanziert sich fast ausschließlich über Spenden.

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Die Tierschützer bitten Hundehalter trotzdem schon jetzt darum, für den Notfall vorzusorgen – denn wer in Quarantäne ist, darf auch nicht mehr mit dem eigenen Hund nach draußen. „In den allermeisten Fällen sollte es möglich sein, die Versorgung von Haustieren im Quarantänefall privat zu organisieren“, heißt es.

Übertragung durch Tiere ein Gerücht, das sich hält

Doch die Versorgung im Tierheim bleibt gesichert. „Trotz der bedrückenden Lage geben wir weiterhin allen Tieren in Not ein trockenes Plätzchen und lassen ihnen unsere Fürsorge zukommen. Wir beraten bestmöglich besorgte Tierhalter*innen in dieser Krisensituation“, erklärt Eva Rönspieß, stellvertretende Vorsitzende des TVB. „Wir wünschen allen Gesundheit und hoffen, dass Tierfreunde uns auch in dieser sorgenvollen Zeit finanziell unterstützen und unsere Tiere nicht vergessen.“

Wichtig bleibt aber: Niemand sollte seine tierischen Freunde aus Angst im Stich lassen, weil sie angeblich das Virus übertragen. „Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. Dafür gibt es keinen Grund“, betont Eva Rönspieß.