Samstag, 11. Februar 2012
Studie belegt

Hypochonder sterben wirklich früher


Eingebildete Kranke sterben früher als Optimisten.
Eingebildete Kranke sterben früher als Optimisten.
Foto: dpa
Zürich –  

Hals verrenkt? Das ist bestimmt ein böser Bandscheibenvorfall! Beim kleinsten Zipperlein bilden sich Hypochonder ein, schwerst krank zu sein und rennen beim ersten Hüsteln in Panik zum Arzt. Doch am besten sollten Sie nicht unbegründet über Ihre Gesundheit klagen. Es könnte Sie tatsächlich früher ins Grab bringen, fanden Schweizer Forscher heraus.

Mediziner der Uni Zürich hatten in ihrer Langzeitstudie über 8000 Männer und Frauen ab 16 seit den 70er Jahren beobachtet. Die Teilnehmer sollten ihren gesundheitlichen Zustand einschätzen – auf einer Skala von „exzellent“ bis „erbärmlich“. Fazit: Bei kerngesunden Männern, die sich trotzdem über ihren angeblich so miesen Gesundheitszustand beklagten, war die Sterberate im Lauf von 30 Jahren dreimal höher als bei jenen, die sich nicht ständig Krankheiten einbildeten. Bei „wehleidigen Frauen“ lag die Sterberate doppelt so hoch. Die Entscheidung über Leben und Tod scheint wirklich reine Kopfsache zu sein.

„Wer seine Gesundheit als hervorragend einstufte, war offenbar besonders zufrieden mit seinem Leben, blickte optimistisch in die Zukunft“, so Forscher David Faeh. Während Hypochonder früher starben, spielte es bei Optimisten kaum eine Rolle, ob sie wirklich „gesund“ lebten, wie alt sie waren, ob sie in Partnerschaft oder als Single lebten. Faeh: „Gesundsein ist weit mehr als Nicht-Kranksein. Entscheidend ist das Zusammenspiel von körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden, auf das Ärzte mehr achten sollten.“

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