Mittwoch, 11. Januar 2012
Risiko Lebensmittel

Was können wir überhaupt noch essen?


Auf Hähnchenfleisch bei Discountern und Supermärkten entdeckten Experten des BUND bei Stichproben Lebensgefährliche antibiotikaresistente Keime.
Auf Hähnchenfleisch bei Discountern und Supermärkten entdeckten Experten des BUND bei Stichproben Lebensgefährliche antibiotikaresistente Keime.
Foto: dapd

Immer neue Hiobsbotschaften über Lebensmittel verunsichern die Verbraucher völlig. Was können wir eigentlich noch essen?

Jetzt sind es antibiotikaresistente Keime auf Hähnchenfleisch, die der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) bei Stichproben in Discountern und Supermärkten entdeckte (KURIER berichtete). Solche Ergebnisse verderben den meisten Menschen den Appetit, nicht nur weil der MRSA-Keim auch Eiterkeim genannt wird. Die entdeckten ESBL- und MRSA-Keime können bei der Zubereitung des Fleisches auf den Menschen übergehen und lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen, sogar tödlich sein. Antibiotikaresistenzen sind deshalb so gefährlich, weil Antibiotika beim Menschen nicht mehr wirken.

So können Sie sich vor Keimen schützen

Gleich um welche Keime es sich handelt – die Hygiene in der Küche ist Voraussetzung um sich vor krankmachenden Mikroorganismen zu schützen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine Checkliste erstellt, worauf Sie achten sollten.

Die Verbraucher sind verunsichert: Können Hähnchen noch ohne Bedenken gegessen werden?
Die Verbraucher sind verunsichert: Können Hähnchen noch ohne Bedenken gegessen werden?
Foto: dapd

Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts sterben allein in Deutschland 15.000 Menschen jährlich an Infektionen, bei denen Antibiotika nicht mehr helfen können.

Im vorigen Jahr jagten uns die EHEC-Epidemie und dioxinverseuchte Eier Angst und Schrecken ein. Im Dezember waren es mal wieder Käse und Räucherlachs, die mit Listerien verseucht waren. Und immer wieder werden Pestizide auf Obst und Gemüse entdeckt.

Mehr dazu

Foto: dpa-infografik

Das Schlimme daran ist: Es ist alles nicht neu! Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat schon für 2009 festgestellt: „Bei der Untersuchung von Lebensmitteln wurden MRSA vor allem aus Fleisch von Huhn (22,3 %) und Pute (42,2 %) sowie Hackfleisch vom Schwein (24,3 %) isoliert. Auch Kalbfleisch und Schweinefleisch wiesen häufig MRSA auf.“

Ursache für die steigenden Zahlen ist die Massentierhaltung, die vom Staat sogar gefördert wird. Hier müssen Tiere unter so schlechten Bedingungen leben, so dass viele ohne den Einsatz von Antibiotika kaum bis zur Schlachtung durchhalten würden.

Und was ist seit 2009 passiert?

Offensichtlich nichts! Nun soll ein Gesetzentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums in dieser Woche an Verbände und Länder gehen. Ziel ist, den Einsatz von Antibiotika auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Maß zu beschränken. Doch dem BUND und Tierschützern geht das nicht weit genug, denn die Ursache für die Antibiotika-Behandlung, die Massentierhaltung, ist damit nicht aus der Welt.

Mehr Infos:

www.bund.net

www.bfr.de

www.lebenswarnung.de

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