Immer neue Hiobsbotschaften über Lebensmittel verunsichern die Verbraucher völlig. Was können wir eigentlich noch essen?
Jetzt sind es antibiotikaresistente Keime auf Hähnchenfleisch, die der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) bei Stichproben in Discountern und Supermärkten entdeckte (KURIER berichtete). Solche Ergebnisse verderben den meisten Menschen den Appetit, nicht nur weil der MRSA-Keim auch Eiterkeim genannt wird. Die entdeckten ESBL- und MRSA-Keime können bei der Zubereitung des Fleisches auf den Menschen übergehen und lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen, sogar tödlich sein. Antibiotikaresistenzen sind deshalb so gefährlich, weil Antibiotika beim Menschen nicht mehr wirken.
Gleich um welche Keime es sich handelt – die Hygiene in der Küche ist Voraussetzung um sich vor krankmachenden Mikroorganismen zu schützen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine Checkliste erstellt, worauf Sie achten sollten.
Um zu verhindern, dass Keime auf andere Lebensmittel übergehen, sollten diese nicht unverpackt nebeneinanderliegen. Es kann zu Kreuzkontaminationen kommen. Achten Sie beim Kauf auch darauf, dass die Verpackungen unversehrt sind.
Weil die Vermehrung der meisten Bakterien durch das Kühlen verlangsamt wird, ist die richtige Lagerung wichtig. Die Kühlkette sollte auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause nicht unterbrochen werden. Achten Sie auf die Kühlempfehlungen des Herstellers.
Waschen Sie sich zwischendurch sorgfältig die Hände. Auch hier können Keime übertragen werden. Wer eine Verletzung an der Hand hat, auch wenn sie noch so minimal ist, sollte sich durch Gummihandschuhe vor dem Eindringen von Keimen in die Wunde schützen.
Ratsam ist eine Einhebelmischbatterie am Spülbecken, damit die Betätigung des Wasserhahns ohne direkten Handkontakt möglich ist.
Verwenden Sie nie die selben Küchenutensilien für rohen und gegarte Lebensmittel. Das betrifft Geräte, Arbeitsflächen, Messer oder andere Küchenutensilien.
Verwenden Sie Kunststoff- statt Holzbretter. Erstere assen sich in der Geschirrspülmaschine bis über plus 60 Grad reinigen. Glatte Bretter lassen sich besser reinigen. Haben sie Einschnitte, in denen sich Bakterien einnisten und vermehren können, dann sollten sie gegen neue ausgewechselt werden.
Werden Obst und Gemüse im gleichen Spülbecken wie das Fleisch gereinigt, muss das Becken vorher sorgfältig gesäubert und heiß gespült werden.
Eingefrorenes Fleisch ohne Verpackung im Kühlschrank auftauen lassen. Tauwasser entsorgen, Schüssel gut reinigen.
Das Erhitzen von Speisen auf 70 bis 100 Grad tötet die meisten Bakterien ab. Deswegen Fleisch bei der Zubereitung und beim Aufwärmen mindestens zwei Minuten lang auf 70 Grad im Innern erhitzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft dies mit einem Fleischthermometer.
Durchgegartes Hühnerfleisch ist daran zu erkennen, dass es eine weiße Farbe hat.
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Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts sterben allein in Deutschland 15.000 Menschen jährlich an Infektionen, bei denen Antibiotika nicht mehr helfen können.
Im vorigen Jahr jagten uns die EHEC-Epidemie und dioxinverseuchte Eier Angst und Schrecken ein. Im Dezember waren es mal wieder Käse und Räucherlachs, die mit Listerien verseucht waren. Und immer wieder werden Pestizide auf Obst und Gemüse entdeckt.
Das Schlimme daran ist: Es ist alles nicht neu! Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat schon für 2009 festgestellt: „Bei der Untersuchung von Lebensmitteln wurden MRSA vor allem aus Fleisch von Huhn (22,3 %) und Pute (42,2 %) sowie Hackfleisch vom Schwein (24,3 %) isoliert. Auch Kalbfleisch und Schweinefleisch wiesen häufig MRSA auf.“
Ursache für die steigenden Zahlen ist die Massentierhaltung, die vom Staat sogar gefördert wird. Hier müssen Tiere unter so schlechten Bedingungen leben, so dass viele ohne den Einsatz von Antibiotika kaum bis zur Schlachtung durchhalten würden.
Und was ist seit 2009 passiert?
Offensichtlich nichts! Nun soll ein Gesetzentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums in dieser Woche an Verbände und Länder gehen. Ziel ist, den Einsatz von Antibiotika auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Maß zu beschränken. Doch dem BUND und Tierschützern geht das nicht weit genug, denn die Ursache für die Antibiotika-Behandlung, die Massentierhaltung, ist damit nicht aus der Welt.
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