„Burn-out“ auf dem Weg zur Volkskrankheit: Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt lässt immer mehr Arbeitnehmer an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit stoßen. Das geht aus dem „Fehlzeiten-Report 2012“ der AOK hervor.
Im Jahr 2011 waren Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen mit im Schnitt 22,5 Tagen je Fall mehr als doppelt so lange wie bei anderen Erkrankungen (elf Tage). Mehr als 130.000 Menschen von 34 Millionen gesetzlich Versicherten waren im vorigen Jahr wegen eines „Burn-outs“ krankgeschrieben – was zu 2,7 Millionen Fehltagen führte.
Insgesamt ist die Zahl der psychischen Erkrankungen seit 1994 um 120 Prozent angestiegen. Besonders betroffen waren Beschäftigte in sozialen Berufen, Frauen häufiger als Männer.
Gründe für den Anstieg: zunehmende Belastungen außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit. Jeder dritte Beschäftigte erhält häufig Anrufe oder E-Mails nach Feierabend (33,8 Prozent) oder leistet Überstunden (32,3 Prozent). Auch Arbeit mit nach Hause nehmen (12 Prozent) oder an Sonn- und Feiertagen arbeiten (10,6 Prozent) sind keine Randphänomene mehr.
Insgesamt ist der Krankenstand leicht gesunken: Er lag 2011 bei 4,7 Prozent, was 140 Mio. Krankheitstagen entspricht. In einigen Branchen ist der Krankenstand aber angestiegen. Vorneweg die Branche „Energie, Wasser Entsorgung und Bergbau“ (5,6 Prozent), gefolgt von „Öffentlicher Verwaltung und Sozialversicherung (5,5 Prozent) und Verkehr und Transport (5,2 Prozent). Den niedrigsten Stand gab’s bei Banken und Versicherungen: 3,3 Prozent.

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