Fehlerhafte OPs, schlecht vernähte Wunden: Immer mehr Patienten sterben aufgrund von Ärztepfusch.
Die Zahlen sind erschreckend: Innerhalb nur eines Jahres ist die offizielle Zahl der Toten durch Behandlungsfehler oder mangelhafte Medizinprodukte gleich um mehrere hundert (!) auf 1634 angestiegen. Das geht aus den jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamts zum Stand in Kliniken und bei niedergelassenen Ärzten 2010 hervor. Im Jahr zuvor waren es noch 1189 Todesfälle.
Zu den häufigsten Todesursachen gehörten Abstoßungsreaktionen bei einer Transplantation, Komplikationen bei der Implantation eines künstlichen Gerätes oder mangelnde Desinfektion.
Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa forderte die Grünen-Abgeordneten Maria Klein-Schmeink unterdessen, es müsse eine verbindliche Erfassung von Ärztefehlern geben. Denn bei den offiziellen Zahlen handelt es sich lediglich um „eingestandene Behandlungsfehler.“
Auch der Geschäftsführer des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, Hardy Müller bestätigte: „Es ist nur die Spitze eines Eisbergs.“ In der offiziellen Statistik würden viele Todesfälle gar nicht erfasst. Das Aktionsbündnis geht von jährlich 17.000 Todesfällen durch ärztliche Behandlungsfehler aus.
Doch Müller warnt zugleich die Zahlen nicht künstlich zu einem Skandal aufzubauschen: „Das erschwert die begonnene Entwicklung einer stärkeren Vertrauenskultur zwischen Ärzten und Patienten.“ Auch Hintergründe müssten beleuchtet werden.

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