Im Haus ist es bei Gewitter sicher? Kommt auf das Haus an! In sehr alten Häusern kann beim Duschen Todesgefahr drohen, wenn der Blitz einschlägt.
Ein Versicherungsexperte warnt jetzt vor Blitzschlag-Gefahr in Altbauten: „Ob Duschen bei Gewitter wirklich gefährlich ist, hängt dabei vom Zustand der elektrischen Einrichtung ab“, sagt Bertram Verch, Elektro-Ingenieur beim Infocenter der R+V Versicherung.
Hintergrund: In modernen Gebäuden sind alle Leitungen aus Metall miteinander verbunden und geerdet. Dieser „Potenzialausgleich“ schützt die Bewohner vor elektrischen Schlägen. Zudem werden hier meistens Wasserleitungen aus Kunststoff eingebaut. Bei Altbauten sind die Leitungen jedoch oft aus Metall - und es gibt immer noch Häuser ohne die schützende Erdung.
„Über die Zu- und Abwasserleitungen aus Metall können dann Teil-Blitzentladungsströme an die Dusche oder Badewanne gelangen, aber auch an Waschbecken und Spüle. Durch die hier auftretenden Potenzialdifferenzen ist dann ein gefährlicher elektrischer Schlag möglich“, erklärt Experte Verch. Wer nicht weiß, ob seine Wohnung fachgerecht geschützt ist, sollte deshalb lieber vorsichtig sein. Ein Elektrofachmann kann dies durch Messungen überprüfen.
Bei Gewitter ist das richtige Verhalten wichtig. Den besten Schutz bieten geschlossene Gebäude mit Blitzableitern oder Autos mit geschlossenen Fenstern.
Auch auf dem Fahrrad kann man vom Blitz getroffen werden.
Baden ist bei Gewitter lebensgefährlich
Befindet man sich bei aufziehendem Gewitter im oder auf dem Wasser, sollte man schnellstens das Ufer aufsuchen. Schwimmen bei Gewitter ist lebensgefährlich, da der Blitz auch im Wasser einschlagen kann.
Der DWD empfiehlt, Mulden oder Gruben aufzusuchen und sich darin möglichst klein zu machen. Hockposition einnehmen und Beine mit den Armen umklammern. Hinlegen sollte man sich nicht: Damit bietet man Blitzen zu viel Angriffsfläche.
Bäume bieten keinen Schutz vor Gewittern, im Gegenteil.
Blitzentladungen suchen sich hohe Punkte, wie Antennen, Türme, Masten oder eben hohe Bäume.
Der bekannte Spruch „Buchen soll man suche, Eichen soll man weichen“ ist ein Trugschluss.
Nicht alle Blitze schlagen in den Boden ein. Manche entladen sich auch zwischen Wolken.
Innerhalb von Mikrosekunden erhitzt sich die Luft nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Blitzkanal auf etwa 30.000 Grad.
Vereinzelt trifft ein Blitz Menschen. Meist dringt er in den Kopf ein und fließt in die Erde ab. Dabei kommt es zu Verbrennungen unterschiedlichen Ausmaßes sowie Herz- und Atemstillstand.
Ein Blitzschlag kann tödlich ausgehen.

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