Vor allem für kleine Kinder verbergen sich im Haus viele giftige Gefahren. Denn die Kleinen verwechseln bunte Pillen und Putzmittel schnell mit Bonbons oder Limo. Das ist tückisch, denn Vergiftungen sind oft schwer zu erkennen.
In den deutschen Giftnotrufzentralen klingelt das Telefon im Minutentakt. Da hat die alte Frau, weil sie schlecht sieht, aus Versehen mit Nagellackentferner mundgespült, das Kleinkind die „Bonbons“ aus Mamas Medikamentenkästchen geschluckt oder der Jugendliche Trennungsschmerz mit Alkohol bekämpft. „Wir haben es täglich mit den verschiedensten Vergiftungsfällen zu tun, wobei ein großer Teil von ihnen sich in der häuslichen Umgebung ereignet“, erklärt Daniela Acquarone vom Giftnotruf Berlin.
Zuhause findet sich weit mehr Giftiges, als den meisten bewusst ist: angefangen bei Reinigungsmitteln und Giftpflanzen über verdorbene Lebensmittel bis zu Alkohol und Medikamenten. „Genau genommen ist nichts harmlos. Jede Substanz kann in einer bestimmten Dosis giftig sein, sogar Wasser“, erklärt Peter Sefrin von der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands. Trinke man in kurzer Zeit übermäßig viel, zerstöre das den Salzhaushalt des Körpers und könne im Extremfall zum Tod führen.
Spitzenreiter sind Medikamente
Vergiftungen mit Wasser machen aber nur einen Bruchteil der rund 200.000 Vergiftungsfälle aus, die es pro Jahr in Deutschland gibt. Ähnliches gilt für Schlangen- und Pilzgift und viele weitere Substanzen. Relativ häufig dagegen sind Lebensmittel-, Brandgas- und Alkoholvergiftungen sowie Unfälle mit Haushaltsreiniger, Toilettenartikeln und Co.: „Durch sie kommt es sehr oft zu Giftnotfällen - vor allem bei Kindern, weil die sie wegen ihrer Optik oder ihres Geruchs für ess- oder trinkbar halten“, sagt Prof. Thomas Zilker, Toxikologe von der TU München. Ein Grund, Putzmittel und Co. im Haushalt so zu verstauen, dass sie für die Kleinen nicht zu erreichen sind. Denn Kleinkinder sind in etwa 90 Prozent aller Vergiftungsfälle bei Kindern unter 14 Jahren betroffen.
Spitzenreiter sind jedoch Medikamente. Experten zufolge sind sie für den Großteil der Giftnotfälle bei Erwachsenen verantwortlich und auch bei Kindern ganz weit oben anzusiedeln. „Wobei es sich bei den Arzneimittelvergiftungen im Erwachsenenalter meist um Suizidversuche handelt, während Kinder sich beinahe ausschließlich versehentlich vergiften - etwa, weil sie denken, bunte Pillen wären Bonbons“, sagt Zilker.
Mehr Informationen zu häufigen Ursachen von Vergiftungen, wie verschiedene Gifte wirken und was man beim Verdacht auf einen Giftnotfall tun sollte, lesen Sie in der Bilderstrecke. (dpa/ef)
Was sind die häufigsten Ursachen für Vergiftungen? (1/2)
Spitzenreiter sind bei Giftnotfällen sind Medikamente. Experten zufolge sind sie für die meisten Notfälle bei Erwachsenen verantwortlich. Im Erwachsenenalter stecken meist Suizidversuche dahinter. Bei Kindern sind Tabletten und andere Medizin oft ursächlich für Vergiftungen. Sie vergiften sich beinahe ausschließlich versehentlich. Sie halten bunte Pillen häufig für Bonbons.

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