Teldafax-Kunden werden doppelt übers Ohr gehauen: Nicht nur ihr eingezahltes Geld ist weg, jetzt verschickt der insolvente Energieanbieter auch noch ganz frech Briefe mit Nachforderungen.
Betroffen sind Zehntausende Berliner. Sie hatten beim Gas- und Stromversorger Geld im Voraus und Kautionen bezahlt. Das ist jetzt weg, eingeflossen in den großen Pleite-Topf des Unternehmens. Umso mehr waren sie jetzt überrascht, dass sie von der Teldafax Services GmbH Post mit der Jahresendabrechnung bekamen, einige mit Nachforderungen von bis zu 1000 Euro.
Kauf eines Wohnrechts für einige Wochen im Jahr. Die preiswerte Urlaubsidee stellt sich meist als Immobilie in schlechtem Zustand dar. Hohe Verwaltungskosten und vielfach unverkäuflich.
Beworben als „krisensichere Anlage“. Überhöhter Kaufpreis, Wiederverkauf fast unmöglich, da kein Privatmarkt.
Teure Einrichtung von Konten für nigerianische Anleger. Totalverlust.
Carsten Höfler aus Neukölln: „Der Insolvenzverwalter verlangt 97 Euro, obwohl ich 1000 Euro im Voraus gezahlt habe.“ Eine Verrechnung mit dem Guthaben ist angeblich nicht möglich. Auch Bernhard Kraft aus Treptow ist auf den Energieanbieter nicht gut zu sprechen. „Ich habe fast 600 Euro überwiesen. Jetzt geht alles nur noch über meinen Anwalt“, ärgert sich der Rentner.
„Das Problem liegt in der verwirrenden Firmenstruktur von Teldafax“, sagt Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin, bei der verzweifelte Kunden anfragen, was sie jetzt tun sollen.
„Teldafax bestand aus mehreren rechtlich eigenständigen Unternehmen“, weiß Lischke. Gasverträge liefen über die Teldafax Marketing GmbH, Stromverträge über die Teldafax Energy GmbH. Beide Firmen haben angeblich ihre Forderungen an die Teldafax Service GmbH abgetreten.
Der Jurist rät: „Legen Sie Widerspruch ein und fordern einen Nachweis, aus dem sich die Abtretung ergibt. Zahlen Sie eine Jahresabrechnung nur unter Vorbehalt.“ Experten sind der Meinung, dass zwischen den Gesellschaften schon vorher alles vermischt war und deshalb auch Guthaben mit Nachforderungen verrechnet werden müssen. Eine endgültige Entscheidung sollen jetzt Gerichte treffen. Bis dahin müssen die geprellten Kunden warten. Was am Ende des Insolvenzverfahrens im großen Topf übrig bleibt, steht auf einem anderen Blatt. Es soll sich über sechs Jahre hinziehen. BACH

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