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Mittwoch, 21. Dezember 2011

10 Jahre Euro: Denken Sie auch immer noch in Mark?

Von Cornelia Schmalenbach

Berlin –  

Die gute alte D-Mark: Sie lebt nicht nur in der Erinnerung weiter, sondern in so manchen Sparbüchsen, Schubladen oder im Nachlass von Oma und Opa. 13 Milliarden sind noch immer im Umlauf. Eine gigantische Summe. Die Bundesbank in der Leibnizstraße in Charlottenburg tauscht die alten Münzen und Scheine in Euro um.

Die Kunden ziehen Wartenummern, stehen dann Tag für Tag geduldig im Treppenhaus Schlange. Die meisten haben Stoffbeutel und Tüten dabei - voll mit diversem Kleingeld. Etwa 60 bis 80 Berliner tragen täglich ihre DM-Schätze in die Bank. Nicht mehr ganz so viele wie in den ersten Jahren. Da wollten noch täglich 400 bis 500 Menschen ihre D-Mark umtauschen.

Heiße Feuerzangenbowle verkaufen Kristin Wehr (25) und Gökel (33) auf dem Weihnachtsmarkt am Opernpalais auch gegen D-Mark.
Heiße Feuerzangenbowle verkaufen Kristin Wehr (25) und Gökel (33) auf dem Weihnachtsmarkt am Opernpalais auch gegen D-Mark.
Foto: Gudath

Zwei Stunden nach Öffnung haben die vier Kassierer an diesem Vormittag 13.000 Mark durch die Zählmaschine laufen lassen. „Die Beträge schwanken zwischen vier und 5000 Euro“, erklärt der Leiter der Filiale Andreas Klose (52). In diesem Jahr wurden bis Anfang Dezember 8,5 Millionen Mark umgerubelt.

„Wir hatten hier schon Kunden mit Handwagen, Kisten und Rollis voller Geld“, berichtet Klose später. Er kennt Fälle, da hat jemand eine Jeans für fünf Euro auf dem Flohmarkt gekauft und in der Tasche steckten 50 Mark. Oder unter dem Ersatzreifen im Auto lag mehr als zehn Jahre unbemerkt eine volle Brieftasche. Erben haben beim Renovieren hinter den Tapeten in der großelterlichen Wohnung Geldscheine im Wert von mehreren Tausend Mark gefunden.

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Der Bankdirektor gehört selbst zu den glücklichen Findern: „Bei uns steckten noch 400 DM im Familien-Stammbuch. Sie waren ein Geschenk von Verwandten.“

Die Bundesbank tauscht das Geld ohne zeitliche Befristung um. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr.

Man wird seine Fundstücke aber auch woanders los. Auf dem Weihnachtsmarkt am Opernpalais heißt es traditionell seit Jahren an allen Fressbuden „Her mit der Mark“. In den ersten Tagen gingen 800 DM über den Tresen. Manche Berliner Kneipenwirte zapfen weiter in der alten Währung, wie im gemütlichen Spandauer Lokal „Zur Altstadt“. Wer noch das eine oder andere Scheinchen besitzt, kann es beim Juwelier Rothholz in der Schönhauser Allee für ein nettes Weihnachtsgeschenk ausgeben. Er freut sich drüber.

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