Die Euro-Krise und kein Ende. Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Irland ächzen unter gigantischen Schulden. Staatspleiten drohen. Noch scheint die Gemeinschaftswährung sicher, doch wie lange noch? Da stellt sich die Frage: Wie sicher ist mein Geld? Wie kann ich mein Erspartes schützen? Wir fragten Experten.
Ein Allheilmittel gibt es nicht. Karin Baur von „Finanztest“ rät, Geld auf verschiedene Bereiche zu verteilen. Bausparvertrag, Bundesanleihen, Immobilien. Lebensversicherungen oder auch Gold. Breite Streuung mindert Risiken. Doch: Wie sicher ist...
„Das Geld der Sparer ist und bleibt sicher“, versichert Thomas Schlüter vom Bankenverband. Und Michael Roth vom Sparkassen- und Giroverband ergänzt: „Die Einlagen sind abgesichert – und zwar in unbegrenzter Höhe“. Damit gehen Sparkassen weit über die gesetzlich festgeschriebene Mindesthöhe von 100 000 Euro hinaus. Und auch die Banken sind Mitglied in speziellen Sicherungsfonds. Nachteil: Bescheidene Rendite. Und die Inflation frisst die Zinsen fast auf.
„Ein Totalverlust der Guthaben ist zwar ausgeschlossen, es kann bei Ausfällen von Papieren oder fallenden Börsen aber zu einer geringeren Überschussbeteiligung für die Versicherten kommen“, so Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Die Lebensversicherer haben die Beiträge zum Großteil in deutsche Staatsanleihen investiert, aber auch in Anleihen der Krisen-Staaten. Hier drohen erhebliche Risiken. Bisher angesammelte Überschüsse sind zwar sicher, die zukünftigen können aber weiter sinken. Bei einer finanziell angeschlagenen Versicherungsgesellschaft springt notfalls die Auffanggesellschaft Protektor für die Garantien ein.
Auch hier sind die eingezahlten Beiträge plus die staatliche Förderung gesetzlich garantiert, sagt Experte Rudnik. Bei fondsgebundenen Verträgen, bei denen meist in Aktien investiert wird, bestehen ganz unabhängig von der Schuldenkrise größere Schwankungen und Risiken.
Die gesetzliche Rentenversicherung ist von der aktuellen Euro-Krise nicht unmittelbar betroffen. Die Rentenversicherung wird im Umlageverfahren finanziert, d. h. die eingezahlten Beiträge der Versicherten werden unmittelbar an die Rentner ausgezahlt. Damit ist die Rentenversicherung von der Entwicklung von Staatsanleihen oder Aktienkursen in den von der Eurokrise betroffenen Ländern unabhängig, so Dirk von der Heiden (Deutschen Rentenversicherung Bund).
Unter dem Aspekt der Sicherheit spricht für Aktien, dass es sich um Sachwerte handelt. Wer in renommierte Unternehmen mit robustem und bewährtem Ertragsmodell investiert, verschafft sich einen gewissen Schutz vor Inflation, sagt Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Dennoch sei eine Achterbahn-Fahrt der Kurse wie 2008 nicht ausgeschlossen. Die massiven Verluste von damals, so Labryga, seien aber nach zwei Jahren wieder aufgeholt worden. Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Münchner Vermögensverwaltung Assénagon, warnt dagegen vor neuen Käufen: „Finger weg!“ Die Eurokrise strahle weltweit aus, könne stärker auf die Börsen durchschlagen.
Bausparverträge sind, so Kathrin Milich von der Bausparkasse Schwäbisch Hall, doppelt gesichert. Erstens in der Einlagensicherung der Volks- und Raiffeisenbanken, dem ältesten, ausschließlich privat finanzierten Sicherungssystem der Banken. Ein zweiter Schutzschild ist der Fonds zur bauspartechnischen Absicherung. Hier garantieren alle Bausparkassen nicht nur die eingezahlten Gelder, sondern auch die vertraglich vereinbarte Auszahlung der Darlehenssumme.
Als klassische Sachwertanlage und Altersvorsorge ist Wohneigentum gerade in Krisenzeiten eine sichere Bank. Rund die Hälfte des Privatvermögens der Bundesbürger steckt in Immobilien im Wert von mehr als vier Billionen Euro. Doch Vorsicht: Zinsen können steigen, der Wiederkaufswert kann – je nach Region – sinken.

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