Montag, 19. Dezember 2011
Wieder Zwischenfall auf St. Pauli

Kassenrollen-Wurf auf Eintracht-Kapitän Schwegler


Schiedsrichter Felix Zwayer zeigt das Wurfgeschoss - es soll sich um eine Kassenrolle handeln.
Schiedsrichter Felix Zwayer zeigt das Wurfgeschoss - es soll sich um eine Kassenrolle handeln.
Foto: Sky-Screenshot
Hamburg –  

Nach dem 2:0-Sieg des FC St. Pauli über Eintracht Frankfurt im letzten Zweitligaspiel vor der Winterpause geht eine dicht gedrängte Fünfer-Spitzengruppe in den Kurzurlaub - nur drei Punkte trennen die ersten Fünf.

Die Tore für die Hamburger erzielten Morena (32.) und Kruse (68.). In der 47. Minute traf ein Gegenstand den Frankfurter Pirmin Schwegler am Kopf, was St. Pauli noch teuer zu stehen kommen könnte.

Der Frankfurter Kapitän Schwegler wurde von einem Gegenstand am Kopf getroffen.
Der Frankfurter Kapitän Schwegler wurde von einem Gegenstand am Kopf getroffen.
Foto: Getty

„So ein Fanverhalten ist echt traurig - vor allem, weil das Publikum auf Pauli eigentlich toll ist“, sagte das Opfer der Wurfattacke. „Ich werde langsam müde, immer wieder zu solchen Dingen Stellung nehmen zu müssen. Ich hoffe, dass irgendjemand was gesehen hat und wir den Täter dingfest machen können“, sagte St. Paulis Manager Helmut Schulte.

Bei dem Wurfgeschoss soll es sich laut TV-Sender Sky um eine Kassenrolle handeln.

Mit der Leistung seiner Mannschaft war der Frankfurter Kapitän Schwegler nicht zufrieden: „Die Mannschaft, die enger zusammengestanden hat, hat heute gewonnen.“ St. Paulis erster Torschütze lobte dagegen die Teamarbeit seines Vereins: „Uns war klar, dass das heute ein Kampfspiel wird gegen einen Verein, der uns momentan fußballerisch überlegen ist - das haben wir gut gelöst.“

Zwei Erstliga-Absteiger, beide seit dem Sommer konstant in der Spitzengruppe, beide zuletzt deutlich formschwächer - vieles lief parallel zwischen FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt. Das setzte sich in das Spiel am ausverkauften Hamburger Millerntor (24.487 Zuschauer) nahtlos fort. Jeweils mit Doppelsechs-Absicherungen, versuchten beide Teams, bei Balleroberung binnen weniger Sekunden zum Abschluss zu kommen.

Frankfurt wirkte dabei zunächst präziser, ein Doppelpass mit Matmour brachte Alexander Meier in gefährliche Position (9. Minute). Auf der Gegenseite konnte Fin Bartels eine Hereingabe von Florian Bruns nicht verwerten (12.). Das war kein rauschender Angriffsfußball, wie ihn Greuther Fürth und sogar Paderborn zuletzt gezeigt hatten, aber taktisch gekonntes Spiel auf hohem Niveau.

Die Führung verdankte St. Pauli allerdings herben Frankfurter Abwehrfehlern: Nach einer Ecke von Bruns bekamen mehrere Verteidiger den Ball nicht aus der Gefahrenzone, bis ihn St. Paulis Kapitän Morena schließlich über die Linie drückte (32.).

Frankfurt reagierte mit verstärkter Offensive, die erste Chance der zweiten Halbzeit hatte aber St. Pauli durch Bartels (47.). In der gleichen Szene ging Frankfurts Schwegler zu Boden, offenbar am Kopf getroffen von einem silbrigen Gegenstand, der aus Richtung der Ultra-Fans auf der Südtribüne geflogen kam. Schiedsrichter Felix Zwayer ließ ausrichten, dass ein weiterer Wurf zum Spielabbruch führen würde - das ist St. Pauli schon im Frühjahr gegen Schalke widerfahren.

Frankfurt entfachte nun einen beeindruckenden Offensivwirbel, der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit. Mitten hinein platzte ein Konter der Hamburger: Bartels sprintete mit dem Ball die ganze rechte Seite entlang, passte auf Kruse, der direkt in den Winkel schoss - das 2:0. Frankfurt, nun doch geschockt, kam kaum noch gefährlich nach vorn. Das Aufstiegsrennen 2012 verspricht größte Spannung.

Auch interessant
Anzeige
Weitere Meldungen aus dem Bereich Fußball
Nationalspieler Thomas Müller feuert Bayern-Keeper Manuel Neuer an.
Posse vor Elferschießen

Als Jupp Heynckes fragte, wer schießen wolle, herrschte das große Schweigen. Nahezu alle Spieler drehten ab, doch Manuel Neuer nahm am Ende allen Mut zusammen. Der Keeper war zuvor noch nie als Elfmeterschütze aufgetreten.  Mehr...

Fassungslos trauern die Bayern nach der bitteren Niederlage.
Presseschau

„Didi did it! Endlich hat ein englisches Team ein deutsches im Elfmeterschießen besiegt“, jubelt die englische „Sun“. Wir haben die internationalen Pressestimmen zum Bayern-Drama.  Mehr...

Uli Hoeneß nach dem Finale gegen den FC Chelsea.
Kritik von Uli Hoeneß

Im Interview äußert sich der Bayern-Präsident zum verpatzten Finale und zur Saison-Bilanz ohne Titel für den FCB.  Mehr...

Anzeige
Fußball
Berliner Kurier präsentiert:
KURIER auf Facebook
1. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Borussia Dortmund 80:25 81
2 Bayern München 77:22 73
3 FC Schalke 04 74:44 64
4 B. Mönchengladbach 49:24 60
5 Bayer Leverkusen 52:44 54
6 VfB Stuttgart 63:46 53
7 Hannover 96 41:45 48
8 VfL Wolfsburg 47:60 44
9 Werder Bremen 49:58 42
10 1. FC Nürnberg 38:49 42
11 1899 Hoffenheim 41:47 41
12 SC Freiburg 45:61 40
13 1. FSV Mainz 05 47:51 39
14 FC Augsburg 36:49 38
15 Hamburger SV 35:57 36
16 Hertha BSC Berlin 38:64 31
17 1. FC Köln 39:75 30
18 1. FC Kaiserslautern 24:54 23
Zur ganzen Tabelle mit Spielplan
2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
Zur ganzen Tabelle mit Spielplan
So muss es wieder sein: Roman Hubnik (verdeckt) erzielt Herthas 1:0 im Hinspiel der Relegation.

Das Spiel ist aus. Endstand 2:2. Hertha steigt ab.

Borussia Dortmund gewinnt durch einen 5:2-Sieg gegen den FC Bayern München den DFB-Pokal.

Anzeige
Anzeige
Sporttabellen
Aktuelle Fußball-Videos
Alle Videos
Top Stories
Handyreporter
Neueste Bildergalerien
Berliner Kurier
Google Anzeigen