Die Ausraster einiger Hertha-Spieler während und nach dem Relegations-Rückspiel in Düsseldorf ziehen harte Strafen nach sich!
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat gegen Lewan Kobiaschwili wegen einer Tätlichkeit gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark eine Sperre von einem Jahr bis zum 16. Mai 2013 beantragt.
Kobiaschwili soll Stark nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des Spielertunnels von hinten mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen haben. Der Unparteiische kam laut DFB-Angaben darauf ins Straucheln und konnte nur durch das Abstützen am Treppengeländer einen Sturz vermeiden. Er habe ein Hämatom am Hinterkopf erlitten.
Bitterer Beigeschmack: Schon während des Spiel rasteten einige Berliner Zuschauer aus, warfen Bengalos auf den Platz. Nach einer minutenlangen Unterbrechung ging es zunächst ruhig weiter. Eine Minute vor Ablauf der Nachspielzeit stürmten dann euphorische Fortuna-Fans das Feld, obwohl das Spiel noch nicht beendet war.
Foto: Bongarts/Getty Images
Wegen eines „krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung und wegen Schiedsrichter-Beleidigung“ soll zudem Christian Lell für sechs Meisterschaftsspiele gesperrt werden.
Er soll in der Nachspielzeit seinen Gegenspieler Assani Lukimya angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben. Ebenfalls wegen Schiedsrichter-Beleidigung nach Spielende beantragte der Kontrollausschuss Sperren gegen Hertha-Keeper Thomas Kraft (fünf Meisterschaftsspiele) und Andre Mijatovic (vier Meisterschaftsspiele).
Hertha kündigte unmittelbar nach der Bekanntgabe der angedachten Strafen Einspruch an. „Die Strafvorschläge, die der DFB-Kontrollausschuss gegen unsere Spieler Lewan Kobiaschwili, Thomas Kraft und Andre Mijatovic vorgelegt hat, werden wir so auf gar keinen Fall akzeptieren“, sagte Herthas Sprecher Peter Bohmbach.
Schiri Wolfgang Stark sagte aus, er sei von Lewan Kobiaschwili mit der Faust in den Nacken geschlagen worden.
Foto: dapdAuffallend blieb, dass Hertha nicht gegen die drohende Strafe für seinen Abwehrspieler Lell vorgehen wollte. Der Defensivspieler nahm sich einen eigenen Anwalt, während die anderen Hertha-Spieler wieder von Star-Anwalt Christoph Schickhardt vertreten werden.
Lell, der bei der Hertha in der Schlussphase der Saison oft angeeckt war, steht vor einem Klubwechsel. Bei einem Abstieg kann der ehemalige Bayern-Spieler den Hauptstadt-Klub ablösefrei verlassen.
Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz soll für seine Bengalo-Aktion nach dem Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC eine Sperre von zwei Meisterschaftsspielen und eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro erhalten.
Die Spieler können sich bis Donnerstagnachmittag zu dem Vorfall äußern und Einspruch einlegen, ehe die Urteile rechtskräftig werden.

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