Dienstag, 31. Januar 2012
Er vergaß sogar Feiern mit Schalke

Assauer: So schlimm erwischte ihn Alzheimer

Von THOMAS GASSMANN

Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer leidet an Demenz. Doch er will sich nicht verstecken, geht jetzt an die Öffentlichkeit.
Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer leidet an Demenz. Doch er will sich nicht verstecken, geht jetzt an die Öffentlichkeit.
Foto: dpa
Köln –  

Er war so stark wie ein Baumstamm. Er rauchte Davidoff-Zigarren. Er trank Bier. Er schmierte sich Pomade ins Haar und trug Maßanzüge. Er hieß „Der Pate im Kaschmir-Anzug“ oder „Stumpen-Rudi“. Kein Weichei. Rudi Assauer (67) war ein echter Kerl. Ein Mann!

Jetzt hat ihn eine schrecklich heimtückische Krankheit befallen.

Alzheimer!

Der Macher, der Macho („Schwule im Fußball – das geht nicht“) der Manager, der Frauenheld verliert sein Gedächtnis!
Warum ist das Leben so ungerecht?

Plötzlich sind die Erinnerungen weg. Plötzlich ist das pralle Leben leer. Plötzlich ist der kraftstrotzende, mutige und rotzfreche Mann schwach. „Ich habe so Wut im Bauch, dass ich nicht mehr mithalten kann“, sagt Assauer, blickt auf Bilder seiner Karriere und fragt sich, welchen Sinn das Leben jetzt noch hat: „Ich bin zwar immer noch lustig hin und wieder, aber wenn ich dann nach Hause komme oder irgendwie was ist, dann sag ich wieder, ach du lieber Gott, du hast ja diese Krankheit da – was willst du eigentlich noch, ne?“

„Wie ausgewechselt – verblassende Erinnerungen an mein Leben.“ (Riva, 19,99 Euro) heißt das Buch von Rudi Assauer.
„Wie ausgewechselt – verblassende Erinnerungen an mein Leben.“ (Riva, 19,99 Euro) heißt das Buch von Rudi Assauer.
Foto: dpa

Er hat ein Buch geschrieben. „Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben“. Es kommt in dieser Woche auf den Markt. Ein ZDF-Team hat ihn im letzten Jahr begleitet, am 7. Februar wird der Beitrag unter dem Titel „Ich will mich nicht vergessen“ ausgestrahlt.

Er hatte Angst vor der Krankheit, die auch seine Mutter Elisabeth erwischt hatte. Sein Bruder Lothar (80) wird seit Jahren wegen Altersdemenz in einem Pflegeheim betreut.

Seine Ehe mit Britta (46) ist an dem Drama zerbrochen. Jetzt kümmern sich seine uneheliche Tochter Bettina und seine Sekretärin Sabine Söldner um ihn. Wir hatten bereits vor zwei Wochen in Assauers Büro angerufen. Söldner erklärte damals, sie wisse nichts von einer Krankheit.

Sie wollte Assauer schützen.

Aber jetzt geht er an die Öffentlichkeit. Er will seine Krankheit nicht verheimlichen. „Es ist gut, dass Rudi seine Krankheit annimmt und sich offenbart“, sagt Ex-Manager-Dino Reiner Calmund, „nur so kann er damit leben.“

Bereits vor Jahren gab es die ersten Signale...
Er war mal auf einer Beerdigung eines Freundes. Und als er so dastand, fragte er, wer denn jetzt beigesetzt werde.

Als Schalke-Manager war er der Star auf einer Party eines Sponsoren. Einen Tag später tobte Rudi, warum man ihn nicht eingeladen habe. Es kam auch vor, dass er vor seiner Villa stand und nicht wusste, wo er wohnte. Er wollte sich nicht eingestehen, dass das Leben ihn langsam und heimtückisch verlässt. Jetzt geht Assauer den Kampf an. Er weiß: Diesen Kampf kann er nicht gewinnen. Aber er kann sich ihm stellen!

„Also, ich war immer gerade aus, war für jeden hilfsbereit, habe jahrelang auf hohem Niveau Fußball gespielt, und all die ganzen Dinge“, sagt er leise, „und jetzt auf einmal ist alles vorbei, tja. Und kein Mensch kann dir helfen. Es gibt künstliche Knie, neue Hüftgelenke, andere freuen sich des Lebens mit 'nem Herzschrittmacher, aber der Kopf, die Birne. Schlimmer geht's nicht.“

Das spricht für Alzheimer-Demenz

- Die Vergesslichkeit dauert an, wird sogar zunehmend schlimmer.

Zehn Symptome für Demenz

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4 FC St. Pauli 59:34 62
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So muss es wieder sein: Roman Hubnik (verdeckt) erzielt Herthas 1:0 im Hinspiel der Relegation.

Das Spiel ist aus. Endstand 2:2. Hertha steigt ab.

Borussia Dortmund gewinnt durch einen 5:2-Sieg gegen den FC Bayern München den DFB-Pokal.

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