Was für ein irrer Tag für den größten BAK-Pokalhelden. Metin Cakmak (25) traf beim sensationellen 4:0 (3:0) gegen Bundesligist Hoffenheim gleich doppelt. Doch nach dem Abpfiff ging für den Regionalliga-Kicker die verrückte Pokal-Reise weiter, Abflug zum ZDF-Sportstudio, Auftritt um 23.27 Uhr. Dann ab in ein Mainzer Krankenhaus, um eine Platzwunde an der Augenbraue nähen zu lassen – bis 2.30 Uhr. Um 3 Uhr Uhr lag Cakmak erst im Hotelbett!
„Nein, geschlafen habe ich noch überhaupt nicht. Das war alles so aufregend. Das realisiere ich erst in ein paar Tagen, was da passiert ist“, sagte er Sonntagmittag, als er wieder zurück in Berlin war.
Eine Minute nach seinem Treffer zum 1:0 bekam er im Zweikampf den Ellbogen von Hoffenheims Sebastian Rudy ins Gesicht. Der Informatikstudent der Technischen Fachhochschule blutete sofort, musste zwei Minuten behandelt werden. Mit einem roten Turbanverband machte er tapfer weiter und traf noch zum 4:0. Cakmak: „Als Andenken behalten? Nein, der Turban kommt in den Mülleimer!“
Gesagt, getan! Nach dem Abpfiff nahm er das Ding ab, ein dickes Pflaster kam auf die Platzwunde und dann flog er von Tegel nach Frankfurt, um einen dreieinhalbminütigen Mini-Auftritt bei Moderatoren Kathrin Müller-Hohenstein im Mainzer ZDF-Sportstudio zu genießen. „Das ging alles so schnell, erst war ich auf dem Fußballplatz, dann plötzlich im TV-Studio. Klar macht mich der Auftritt stolz“, sagt der Deutsch-Türke.
Er ärgert sich auch nicht, dass er bei der Party seiner Mitspieler gefehlt hat. Denn er hatte andere Sorgen. Nachdem er noch einen Treffer an der berühmten ZDF-Torwand schaffte, wurde er in die Mainzer Uni-Klinik gefahren. „Die Ärzte haben dann noch mal die notdürftig genähte Wunde aufgemacht und sie noch mal säuberlich zusammengenäht, damit es keine fette Narbe gibt“, so Cakmak
Die Schmerzen hatte er am Sonntag vergessen. Denn dieses Glücksgefühl war noch: „Es ist unglaublich, was wir gegen Hoffenheim geschafft haben.“

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