Wenn am Mittwoch der Mode-Wahnsinn wieder losgeht, steht André Märtens (45) unter Dauerstrom. Er ist der Friseur der Fashion Week. Und er hat sie alle schon auf seinem Stuhl gehabt. Tatjana Patitz, Franziska Knuppe, Eva Padberg, Sara Nuru, Rebecca Mir: nur einige der Frauen, die Märtens vertrauen.
Märtens ist „Head of Hair“, das heißt, er zaubert die Frisuren, die optimal zu den Kleidern der Designer passen. Schon zum zehnten Mal füllt er die Funktion mit Unterstützung seines Teams von „L’Oréal Professionel“ in diesem Jahr aus. Er ist also schon seit der ersten Fashion Week mit von der Partie! Dabei hat er am Anfang seiner Lehre im elterlichen Betrieb sogar überlegt, gleich wieder hinzuschmeißen und einen anderen Beruf zu lernen ...
Gerade die Grundlagen des Berufes, zum Beispiel Wasserwellen, fielen ihm anfangs schwer. Heute zählen sie zu seinen Markenzeichen. „Man muss nicht immer das Besondere suchen“, sagt Märtens. „Man muss nur das Einfache besonders gut machen.“ Und möglichst schnell: Fünf bis sieben Minuten hat Märtens, der rund 80 Prozent aller Schauen betreut, pro Model.
Die meisten seiner Ideen entstehen während der Arbeit. Märtens: „Sicherlich spielen dabei auch mein Gemütszustand oder äußere Einflüsse, neue Produkte oder das Model eine wichtige Rolle.“ Und wenn gar nichts mehr geht, gibt’s ja immer noch Mutti. Anne Märtens (63) ist selbst Friseurin und weicht während der Fashion Week nicht von der Seite ihre Sohnes. Wenn’s ganz haarig wird, legt sie mit Hand an.
Auch wenn alle um ihn herum ausrasten, bleibt Märtens ruhig. Er muss mit Kräften haushalten. Sein Arbeitstag beginnt um fünf Uhr früh und endet um 22 Uhr. Und wenn die Fashion Week vorbei ist, arbeitet Märtens in seinem eigenen Salon (Lietzenburger Str. 83) weiter. SKA

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