Robert Lewandowski reißt sein Trikot aus der Hose und verbirgt sein Gesicht hinter den Händen. Polen-Trainer Franciszek Smuda versucht seine Spieler auf dem Platz zu trösten, doch es gelingt ihm natürlich nicht. Für EM-Gastgeber Polen ist die Europameisterschaft schon nach drei Spielen zu Ende.
Das Aus in der Vorrunde. Beim 0:1 gegen Tschechien wird Petr Jiracek zum Polen-Schreck, ein ganzes Land versinkt in Trauer. In der 72. Minute versenkt der Mann mit der langen Mähne einen schnellen Konter zum Tor des Abends. Mit dem rechtem, seinem schwachen Fuß schiebt er ein ins lange Eck. Die Polen bleiben schockiert am Boden liegen.
Sonntagmorgen zog Polens Trainer die Konsequenzen: Franciszek Smuda legte kurz nach dem EM-Aus seiner Mannschaft in der Vorrunde sein Amt nieder. „Das ist zu einhundert Prozent das Ende meines Weges. Danke, Jungs!“, sagte der langjährige Nationalspieler dem polnischen Fernsehsender TVP: „Ich muss nicht zurücktreten, denn mein Vertrag lief ohnehin mit dem Ende der EM aus.“
Er stimme mit Verbandspräsident Grzegorz Lato überein, dass der Kontrakt nicht erneuert werde. Dies wäre nur bei einem erfolgreichen Verlauf des Turniers der Fall gewesen. Polen war nach dem 0:1 gegen Tschechien am Samstagabend in Breslau als Tabellenletzter der Gruppe A gescheitert. Smuda (63) hatte das Amt am 29. Oktober 2009 vom Niederländer Leo Beenhakker übernommen.
Hatte die Führung auf dem Fuß: BVB-Star Robert Lewandowski
Foto: dapdSo lief das Spiel gegen Tschechien
Irgendwie war das so gar nicht ihr Spiel. In der ersten Hälfte sind sie noch drückend überlegen, doch aus den zahlreichen Chancen können sie kein Tor erzielen. Nachdem Robert Lewandowski, Jakub Blaszczykowski und Co. mit 35.000 euphorischen Landsleuten „Noch ist Polen nicht verloren“ gesungen hatten, begann das Spiel mit einer Kracherchance für Tschechien.
Vaclav Pilar, der künftige Wolfsburger, wurde von Theodor Gebre Selassie perfekt freigespielt, säbelte zehn Meter vor dem Tor aber am Ball vorbei. Dann rissen die Polen das Spiel an sich, Tschechien bekam Probleme im Minutentakt. Blaszczykowski - Außennetz, Blaszczykowski - Cech, Lewandowski - Außennetz, Sebastian Boenisch - Cech. Die Tschechen kamen kaum zum Luftholen, doch das poröse Abwehrbollwerk überstand im Wolkenbruch tatsächlich einige weitere Szenen; die äußerst brenzlig waren. Die polnischen Fans schienen zu verzweifeln.
Und als beim zweiten Spiel der Gruppe A die Griechen gegen Russland in Führung gehen, war klar, dass Polen und Tschechien bei einem 0:0 draußen wären. Beide Teams mussten nun also voll auf Sieg spielen. Doch die Polen lähmte das eher. Die Tschechen packten zudem eine härtere Gangart aus und rauben den Polen damit die letzten Nerven.

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