Teil zwei des großen Interviews mit Jogi Löw. Der Bundestrainer spricht über modernen Fußball, die Entwicklung seiner Nationalelf, seine persönliche Zukunft und das Nichtrauchen.
Haben Sie beim Turnier neue Entwicklungen erkannt? Wo geht der Fußball hin?
Löw: Ich denke, die Tendenz geht dahin, dass gegen uns viele Mannschaften mittlerweile ganz konsequent hinter der Mittellinie stehen. Portugal und Holland attackieren normalerweise immer sehr früh. Gegen uns haben sie sich sofort zurückgezogen. Damit wurden wir aber schon seit 2010 konfrontiert. So spielen die meisten Mannschaften gegen uns.
Was ist Ihnen sonst noch aufgefallen?
Mannschaften, die technisch stark und ballsicher sind, haben Vorteile. Russland hat beispielsweise gute Ansätze im schnellen technischen Fußball, Spanien, wir oder auch Frankreich.
Wie hat sich Ihre Mannschaft entwickelt, sehen Sie Fortschritte seit der WM 2010?
Wir sind erwachsener geworden. Wir sind jetzt auch in der Lage, unser Spiel gegen Widerstände durchzusetzen. Und ich habe in der Halbzeit vom Holland-Spiel gesagt: Ihr müsst jetzt den Ball laufen lassen und damit den Gegner todmüde spielen bei der Hitze. Mittlerweile gelingt uns so etwas auch.
Es gibt Trainer, die nach einem Erfolg wie ein EM-Titel sagen: Mehr geht nicht. Ich höre auf. Was machen Sie, wenn der große Triumph gelingen sollte? Ist dann Schluss?
Löw (lacht): Dann ist für mich, was den Juli betrifft, erst einmal Schluss, ja. Dann gehe ich nämlich auf jeden Fall mal ganz entspannt in den Urlaub.
Und was ihre Arbeit als Bundestrainer angeht?
Ich habe einen Vertrag bis 2014, und das nächste große Ziel ist dann die WM in Brasilien. Ich lebe aber gerade nur im Jetzt und Hier und schaue auf Dänemark. Zu mehr bin ich nicht in der Lage.
Sie stehen gerade enorm unter Druck - und haben vor kurzem das Rauchen aufgegeben. Ist die Versuchung gerade besonders groß?
Löw (flachst): Wenn Sie mich nicht daran erinnert hätten, hätte ich nicht mehr daran gedacht. Aber ich kann Sie beruhigen: Ich bin gerade ganz weit weg vom Rauchen.
HIER gibt's den ersten Teil des Interviews.

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