EM 2012

Samstag, 30. Juni 2012

EM-Revolution?: Platini will Endrunde 2020 in ganz Europa austragen


Der französische UEFA-Präsident überraschte mit seinem Vorschlag.
Der französische UEFA-Präsident überraschte mit seinem Vorschlag.
Foto: dpa
Kiew –  

Michel Platini plant die EM-Revolution. Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) will die Endrunde 2020 nicht mehr nur in höchstens zwei Ländern ausrichten, sondern an „12 oder 13 Städte“ in ganz Europa vergeben.

Von der UEFA-Exekutive erhielt der Franzose grünes Licht, seine ungewöhnliche Idee den Landesverbänden zu unterbreiten. Im Dezember oder Januar soll eine Entscheidung fallen. „Wir können in zwölf Städten in einem Land spielen, aber auch in zwölf Städten in ganz Europa. Es ist bislang nur ein Vorschlag, aber ich halte das für eine großartige Idee und freue mich auf die Diskussion darüber“, sagte Platini, der hervorhob, dass der Vorschlag von ihm stammte. „Wir bräuchten keine Stadien oder Flughäfen zu bauen, sondern könnten auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Das wäre wichtig in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“

DFB ist offen für Planspiele

In Deutschland reagierte man nicht abgeneigt auf den Vorschlag. „Der DFB ist offen für solche Planspiele, über die mich Michel Platini vorab informiert hatte. Aber ein endgültiges Urteil ist erst möglich, wenn die von der UEFA eingesetzte Kommission bis ins letzte Detail eine Konstruktion entwickelt hat“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Bedenken wegen der zu bewältigenden weiten Wege wischte derweil Platini beiseite: In Zeiten fallender Flugpreise sei der Vorschlag umsetzbar, und es „ist doch einfacher, von London nach Paris oder Berlin zu kommen als von Cardiff nach Danzig“. Bislang gibt es drei offizielle Bewerber um die EM 2020: Die Türkei sowie die Bündnisse Wales/Schottland/Irland und Georgien/Aserbaidschan.

Platini lobt Polen und Ukraine

Mit der diesjährigen EM zeigte sich Platini zufrieden. „Dieses Turnier wird in Erinnerung bleiben. Polen und die Ukraine können stolz sein“, sagte der 57-Jährige und hob hervor, es habe „keine großen Rassismusvorfälle“ gegeben.

Auf die Frage eines Journalisten, was er in den vergangenen Wochen so getan habe, außer EM-Spiele im Stadion zu schauen, antwortete der Franzose trocken: „Ich habe viel Wodka getrunken.“

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