Sein Handy glühte. Es bimmelte pausenlos, Nachrichten flogen rein. Stundenlang. „Ich dachte schon, das Ding explodiert“, bekannte Lars Bender.
So ist das nun einmal, wenn man auf der ganz großen Bühne des Fußballs steht. Und dann zum ersten Mal von Beginn an spielt. Und dann auch noch das Siegtor schießt. Dann – man darf es schon einmal sagen – ist es ein Fußball-Märchen.
Lars Bender hat es geschrieben. Er ist Big-Bender!
Ein kluger, junger Kerl. Und einer, der Humor hat. Hören Sie einmal rein, was er über sein 2:1 erzählte.
„Also“, begann der Bayer-Profi, „ich habe den freien Raum gesehen und habe losgelegt. Plötzlich bekam ich den Ball. Da habe ich mir gedacht: Bevor ich wieder die 80 Meter zurücklaufen muss, haue ich das Ding lieber rein. Also habe ich das gemacht.“
Und schon meldeten sich Papa und Mama, Freunde und natürlich Zwillings-Bruder Sven. Der BVB-Star wurde von Joachim Löw in Frankreich aus dem vorläufigen EM-Kader gestrichen. Aber laut Lars kein Problem: „Sven sieht das sportlich. Er unterstützt mich. Er wünscht mir alles Glück dieser Welt.“
Aber was wird nun aus Big-Bender?
Gegen Griechenland drängt Jerome Boateng nach seiner Gelbsperre wieder zurück ins Team. Ganz freiwillig will Bender seinen Platz nicht mehr räumen. Er sagt: „Der Bundestrainer hat gesehen, dass er mir vertrauen kann. Ich werde mich jetzt im Training weiter anbieten.“
Löw war nach Benders wichtigen Tor begeistert und lobte den 23-Jährigen Rosenheimer: „Lars ist ein Winner-Typ. Er hat eine Menge Ehrgeiz und bringt die idealen Voraussetzungen für einen Außenverteidiger mit.
Immerhin hat er ja euch einen kleinen Vorteil vor dem Münchner. „Ich habe ein Tor mehr als Jerome“, flachste der Leverkusener. Ob das aber reicht, um im Viertelfinale wieder in der Stammformation zu stehen, ist mehr als fraglich. Schließlich spielt
Boateng in den Planungen von Löw eine feste Rolle und wird gegen die körperbetonten Griechen wohl wieder in der Startelf stehen.

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