Samstag, 4. Februar 2012
Wunden lecken

Bären-Resterampe holt Punkt

Von Ronald Toplak

Harter Zweikampf zwischen Laurin Braun und Grizzly Robbie Bina an der Bande
Harter Zweikampf zwischen Laurin Braun und Grizzly Robbie Bina an der Bande
Foto: City-Press GbR
Berlin –  

Die Eisbären kämpften. Rackerten. Vergeblich. Erstmals seit 2004 siegten die Wolfsburg Grizzlys in Berlin, gewannen vor 14 200 Fans 4:3 (2:1, 1:1, 0:1/1:0) nach Verlängerung. Was immerhin noch einen Punkt für den müden Spitzenreiter bedeutete.

Manche sagen ja für 2012 den Weltuntergang voraus. Sollte ein neuer Noah eine Arche bauen, die Bären würden kaum abgewiesen werden. Denn viel Platz bräuchten sie wirklich nicht. Auch gestern fehlten beim Meister acht Profis. Angesichts der dramatischen Ausfall-Liste mutet der Kampf der EHC-Resterampe heroisch an. Unermüdlich stemmt sich das Team gegen das Unheil. Das nötigt Respekt ab, egal wie der Gegner heißt. Egal wie es am Ende steht.

Kurios die Torfolge. Es war die Partie der Last-Second-Treffer. Nach dem 0:1 durch Christoph Hohenleitner (16.), dem ein krasser Wechselfehler der Bären vorausging, erzielte Grizzlys-Neueinkauf Adrian Foster 29,5 Sekunden vor dem ersten Pausentee das 2:0 für die Niedersachsen. Trotzdem setzte der EHC nach und erzielte praktisch mit der Schlusssirene den Anschluss – 1:2 durch Barry Tallackson.

Gleiches Bild im Mittelabschnitt. 56,1 Sekunden vorm Ende traf Sven Felski (Videobeweis) zum Ausgleich. Doch diesmal konterte Wolfsburg gnadenlos. 2,8 Sekunden standen noch auf der Spielzeituhr, als John Laliberte die Grizzlys erneut in Führung brachte (40.).

„Das hätte nicht passieren dürfen“, monierte Verteidiger Frank Hördler. Egal, TJ Mulock schaffte – diesmal 58,1 Sekunden vorm Ende – den Ausgleich zum 3:3 (60.). Da hatte Trainer Don Jackson für Torwart Rob Zepp einen sechsten Feldspieler aufs Eis beordert. Unglaublich. Verlängerung. Hier aber sorgte Christopher Fischer (62.) für den Zusatzpunkt der Grizzyls.

Jetzt folgt eine siebentägige Trainingspause (Nationalmannschaft spielt ohne einen einzigen Eisbär den Belarus-Cup in Weißrussland). Wunden lecken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Erst am 11. Februar bittet Trainer Don Jackson seine Cracks wieder aufs Eis. Am 14. Februar geht es in Düsseldorf weiter.

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DEL
Mannschaft Tore Punkte
1 Eisbären Berlin 171:140 95
2 ERC Ingolstadt 168:150 93
3 Wolfsburg 174:122 91
4 Adler Mannheim 171:148 90
5 Hamburg Freezers 149:149 83
6 Straubing Tigers 161:151 80
7 DEG Metro Stars 162:167 80
8 Augsburger Panther 135:131 79
9 Kölner Haie 135:145 78
10 Iserlohn Roosters 150:150 77
11 EHC München 124:135 71
12 Krefeld Pinguine 126:153 69
13 Nürnberg 122:165 55
14 Hannover Scorpions 119:161 51
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